Pünktlich um 19 Uhr betraten Jô, miko, Omi, Naoto und Mally stürmisch umjubelt die Bühne. Schnell wurde klar, dass sie es ebenso wie ihre männlichen Kollegen mühelos beherrschten, die deutschen Fans in ihren Bann zu ziehen und restlos zu begeistern. Anfängliche Skepsis einiger Kritiker, dass Frauen keine Rockshows abliefern könnten, war schnell ausgeräumt, denn die Mädels bewiesen schon in den ersten Songs, wie viel Energie und Bühnenpräsenz in ihnen steckte. Vor allem Schlagzeugerin Mally machte ihrem Ruf alle Ehre und zeigte deutlich, wie viel Kraft in einer vermeintlich zierlichen Frau stecken konnte. High Heels sind übrigens kein Grund auf wildes Headbangen zu verzichten, wie Jô und miko im Verlauf der Show immer wieder bewiesen.
Spätestens bei „Lost in Helix“ wurde deutlich, dass sich die Mädels nicht nur aufs Rocken verstanden. Die Ballade ließ die Fans verstummen, scheinbar sogar den Atem anhalten. Jôs Stimme transportierte Emotionen so intensiv, dass sich nur die wenigsten gegen Gänsehaut und Ergriffenheit zu erwehren vermochten. Wer bis zu diesem Zeitpunkt nicht endgültig in der Achterbahnfahrt des Bandkonzepts gefangen war, war definitiv nicht bei der Sache. exist†trace hatten es definitiv geschafft zu zeigen, dass sie sich musikalisch vorgenommen hatten, den Spuren des Lebens zu folgen und dieses in all seinen Facetten wiederzugeben.
Insgesamt präsentierten die Musikerinnen während ihrer 105-minütigen Show eine ausgewogene Mischung ihrer Banddiskographie. Kleine technische Defekte, wie Omis defekter Gitarrensender, wurden mühelos überspielt und mit der nötigen Portion Gaffertape behoben. Dabei zeigten sie, dass Frauen durchaus in der Lage sind ihre Instrumente zu beherrschen, männliche Kritiker mühelos aus dem Weg zu räumen und vor allem ihren männlichen Kollegen das Wasser reichen können. Ton- und Lichttechniker taten zudem ihr übriges, um diesen Abend unvergesslich zu machen.
Setlist:
Stephanie Wunderl für CDstarts.de

Exist Trace - Live: Bochum, 01.05.2010, Zeche