Tourpräsentationen

Janosch Moldau

Den nun an der Donau, vormals in Köln lebenden Janosch Moldau kann man durchaus als absoluten Idealisten bezeichnen, der seine Leidenschaft und musikalischen, gesellschaftskritischen Ideale in die Welt trägt, ohne aufdringlich zu sein.

Sein Debüt „Redeemer“ aus dem Jahre 2005 erwies sich als zeitloses Werk voller Melancholie und Empathie. Dem Synthie-Pop der Achtziger Jahre stets verbunden, war es dennoch weit von einem Retro-Werk oder scheinheiligem Blick zurück in das „goldene Jahrzehnt der elektronischen Musik“ entfernt, dafür machten sich schwebende Synthesizer, eine tief greifende Atmosphäre und Texte mit einem spirituellen, religiösen Institutionen kritisch gegenüber stehenden Inhalt auf, um auch Jahre nach der Veröffentlichung für Faszination und hohe Dringlichkeit zu sorgen. Ist man einmal dem unverkennbaren Sound von Janosch Moldau verfallen, möchte man mehr davon. Eine tiefe, spirituelle Erfahrung, die sich auf „Redeemer“ mit der kruden menschlichen Existenz beschäftigt und dabei so viel Wärme ausstrahlt, dass die Hoffnung auf Menschlichkeit und echten Glauben, der nicht von Institutionen abhängig ist, eine logische Konsequenz aus der Gesamtwirkung von „Redeemer“ darstellt.

Während seine ersten Demos auf wenig Resonanz stießen, arbeitete Janosch Moldau als Gesangsleiter und im tontechnischen Bereich, in dem er das Mixing übernahm und Dance-Remixe anfertigte. Die technische Seite der Musik ging ihm so immer leichter von der Hand, bis er schließlich ca. 2003 damit aufhörte, um schließlich erneut den Anlauf mit eigenen Songs zu nehmen. Ab 2004 verselbstständigte sich nahezu der Prozess: Es gab keine Selbstzweifel mehr daran, dass er in sich deutlich mehr den Künstler als den Tontechniker oder Produzenten sah. 12 Songs fanden den Weg auf „Redeemer“ und erschienen auf dem eigenen Label, welches über gute Vertriebswege verfügt, die sich kaum von größeren Plattenfirmen unterscheiden.

Dass es dem sympathischen Soundtüftler nach eigenen Aussagen eigentlich gar nicht darum geht, wie hoch die technische Perfektion ist, sondern viel mehr die Atmosphäre und Botschaft im Vordergrund steht, macht ihn nur noch authentischer und steigert die Spannung auf das neue Album „Motel Songs“, das bereits digital erschienen ist, aber noch auf seine physische Veröffentlichung wartet. Da das Debüt mit seiner Intensität die Messlatte überaus hoch angesetzt hat, darf man sich fragen, wohin der Weg nun auf „Motel Songs“ führt. Eines ist aber schon jetzt gewiss: Eine Beschäftigung mit dem Schaffen von Janosch Moldau, das sich zumindest bis hierhin so unkonventionell und unglaublich atmosphärisch mit der deutlichen elektronischen Komponente behauptet hat, ist deutlich zu empfehlen. Dafür bieten sich auch folgende Tourdaten an, bei denen authentische, mitreißende Gefühle fest auf dem Plan stehen und ohne die Pathos-Keule bewegen. Ein Mensch, der sich in der Musik auslebt und noch dazu mit seiner Persönlichkeit überzeugt.

Tourdaten:

20.09.08 Neu-Ulm - Cafe d´art (Ulmer Kulturnacht)
18.10.08 Ulm - Rosi
23.10.08 Köln - Stereo Wonderland (Supporting Kolkhorst)
27.10.08 Hamburg - Ponybar (With Kassette)
29.10.08 Berlin-Kreuzberg - Cafe Wendel


Das Copyright für diesen Text liegt - wenn nicht anders angegeben - beim Künstler bzw. seiner Plattenfirma oder Booking Agentur. Überlassung mit freundlicher Genehmigung an CDstarts.de