Mark Lanegan - Blues Funeral - Cover
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Mark Lanegan Blues Funeral


  • Label: Beggars/INDIGO
  • Laufzeit: 55 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Acht Jahre nach „Bubblegum“ ist er nun also wieder unter eigener Flagge im See, nachdem er in der Zwischenzeit bspw. mit den Queens Of The Stone Age, den Gutter Twins oder auch UNKLE alles andere als untätig war: Mr. Mark Lanegan, das gute alte, düstere Reibeisen, das sich seit Ende der 1980er in diversen Konstellationen und zuerst mit den Screaming Trees einen Namen gemacht hat. Zwar hat er es kommerziell bestenfalls bis in die zweite Reihe der verdienten Rocker geschafft, mindestens dort gehört er allerdings auch hin – wenn nicht noch weiter nach vorne.

Wer auch nur einmal seinen Werken lauschen durfte, der weiß sofort, dass ein Gute-Laune-Album aus seiner Feder niemals zu erwarten ist. Hat der Titel des Vorgängers „Bubblegum“ hier möglicherweise Neueinsteiger noch auf eine falsche Fährte gelockt, so lässt „Blues Funeral“ in dieser Hinsicht überhaupt erst keinen Raum für Missverständnisse aufkommen. Wobei: „Blues“ im klassischen Sinne wird man hier nicht finden. Vielmehr greift Lanegan den Faden von „Bubblegum“ auf und schafft einen recht nahtlosen Übergang. Musikalisch bleiben die zwölf Songs natürlich ziemlich düster und vergleichsweise dezent. Man könnte manchmal auch sagen: relativ unspektakulär. Sie bilden lediglich das Fundament, auf dem Lanegans einzigartige Stimme möglichst umfassend zur Geltung kommen soll, was sie dann aber auch tut. Dass die alte Weggefährten wie Josh Homme von den genannten Queens Of The Stone Age, Alain Johannes, oder auch Jack Irons (unter anderem ehemals Red Hot Chili Peppers und Pearl Jam) aushelfen überrascht auf dem Papier nicht, es schlägt sich aber nicht in einem erwartbaren Rahmen auf den Sound nieder.

Lanegan kann es auch alleine immer noch ziemlich gut, auch wenn die Elektro-Spielereien von „Ode To Sad Disco“, „Harborview Hospital“ oder auch „Tiny Grain Of Truth“ mehr als nur ein Fragezeichen zurück lassen. Kann man machen, muss man aber nicht. Ist aber auch schnell vergessen, denn es gibt ja noch Nummern wie „St. Louis Elegy“, das in einem modernen Westen wunderbar geeignet wäre, um den Helden auf dem Weg zum Showdown im verlassenen Wüstenkaff zu begleiten. „Deep Black Vanishing“ zieht den Hörer wunderbar runter und Lanegans Stimme ist dabei so eindringlich, dass sie regelrecht aus den Boxen zu kommen scheint. „Phantasmagoria Blues” lässt die Gedanken wunderbar verlieren, „Quiver Syndrome“ holt den Rockhammer raus, … Man könnte noch so oder so ähnlich weiterschwärmen. Trotz ein paar halbgaren Stücken ein (weiteres) feines Album eines sträflich unterschätzten Musikers.

Anspieltipps:

  • Gravedigger’s Song
  • St. Louis Elegy
  • Deep Black Vanishing
  • Phantasmagoria Blues
  • Quiver Syndrome

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