Jeff Beck - Live+ - Cover
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Jeff Beck Live+


  • Label: Rhino/WEA
  • Laufzeit: 72 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

„Juke Box Hero“ Jeff Beck mit einem weiteren Live-Album als Zwischenmahlzeit bis zum nächsten Studioalbum.

Jeff Beck wird demnächst 71 und trägt aufgrund seiner ruhmreichen Vergangenheit den Titel „Gitarrengott“ (siehe: The Yardbirds, Jeff Beck Group sowie Beck, Bogert & Appice), den er sich verdient hat, allerdings nur noch mit Live-Auftritten und Live-Alben verwaltet. Denn wenn tatsächlich mal etwas Neues von ihm kommt, wie zuletzt vor fünf Jahren das Album „Emotion & Commotion“ (04/2010), dann ist es Grammy-prämierte Langeweile. Nichtsdestotrotz ist für dieses Jahr tatsächlich das 17. Studioalbum des Engländers angekündigt. Doch bis es so weit ist, stehen noch umfangreiche Live-Verpflichtungen auf dem Programm, sowie mit „Live+“ ein neues, man ahnt es schon, Live-Album.

Im vergangenen Jahr war Jeff Beck zusammen mit ZZ Top auf USA-Tournee, die im Mai 2015 fortgesetzt wurde. Die Konzerte zwischen dem 7. und 31. August 2014 wurden mitgeschnitten und für das vorliegende Album ausgewertet. Am Ende blieben 14 Live-Tracks übrig, die um zwei brandneue Studioaufnahmen ergänzt wurden. Becks Live-Liste sieht wie gewohnt aus: Neben zahlreichen Klassikern aus 50 (!) Karrierejahren, gibt es die üblichen Coverversionen zu hören, die auf „Live+“ u.a. aus dem Traditional „Danny boy“, Jimi Hendrix‘ „Little wing“, Stevie Wonders „Superstition“, „A day in the life“ von den Beatles, „Morning dew“ von Tim Rose, „You know you know“ von John McLaughlin sowie Sam Cookes „A change is gonna come“ bestehen.

Jeff Beck und seine Band, Jimmy Hall (Gesang), Rhonda Smith (Bass), Jonathan Joseph (Drums) und Nicolas Meier (Gitarre), sind eben echte Juke Box Heroes und Classic-Rock-Roboter, die der Generation Ü50 das geben, was sie verlangt: Hits aus „ihrer Zeit“, die gleichsam professionell und virtuos vorgetragen werden. So beginnt die Vorstellung des Saitenhexers und seiner Rasselbande mit dem instrumentalen Opener „Loaded“ durchaus adäquat. Doch erst wenn Knödelmeister Jimmy Hall von der Kette gelassen wird („Morning dew“), Jeff Beck ohne Plektrum über seine Fender Stratocaster zwirbeln darf („Why give it away“) und Rhonda Smith Verrenkungen auf ihrem Bass anstellt („You know you know“), wird ein Schuh draus.

So spielt sich die Band durch ein Set aus unkaputtbaren Klassikern und Beck-Material, an dem es spieltechnisch nichts auszusetzen gibt. Es kommt nur keine Spannung auf. Dagegen erschrecken die beiden neuen Studiotracks. „Tribal“ ballert aufgedreht und metallisch sowie mit hysterischem Gesang aus den Lautsprechern, während „My tiled white floor“ mit Versatzstücken aus der Electro- und Industrial-Ecke daherkommt. Na, das kann ja was werden, auf dem kommenden Studioalbum des, ähem, Meisters.

Anspieltipps:

  • Superstition
  • Little wing
  • Why give it away
  • Rollin’ and tumblin‘
  • A change is gonna come
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