ABAY - Everything´s Amazing And Nobody Is Happy - Cover
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ABAY Everything´s Amazing And Nobody Is Happy


  • Label: Unter Schafen Records
  • Laufzeit: 50 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein gutes, aber nicht überragendes Comeback von Aydo Abay (Ex-Blackmail) im Verbund mit Juli-Gitarrist Jonas Pfetzing.

Wer in den 90er Jahren mit deutscher Indie-Gitarrenmusik in Berührung kam, der kennt mit Sicherheit den Namen ABAY. Denn Band-Namensgeber Aydo Abay (43) war von 1994 bis 2008 als Gründungsmitglied und Sänger von Blackmail bei einer der maßgeblichen Indie-Rockbands dieses Landes aktiv. Zusammen mit Kurt Ebelhäuser (Gitarre) prägten und inspirierten die Koblenzer die Szene zumindest bis zum Ausstieg Aydo Abays nachhaltig. Während Blackmail mit dem neuen Sänger Matthias Reetz weitermachten, legte Abay mit seiner Zweitband KEN noch ein Album vor, um dann aus dem Fokus der Öffentlichkeit zu verschwinden.

Vor vier Jahren trafen sich dann Aydo Abay und Jonas Pfetzing (Songschreiber und Girarrist von Juli) eines Nachts in Berlin und beschlossen, gemeinsam musikalische Ideen auszutauschen. Das Ganze geht über einen längeren Zeitraum so. Songs stapeln sich und werden in sechs verschiedenen Studios aufgenommen. Ein wirklicher Plan ist zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht erkennbar. Erst als sich mit Johannes Juschzack (Schlagzeug), Ole Fries (Bass) und Chris Stiller (Keyboards) eine richtige Band herauskristallisiert, wird ABAY endlich zur Realität. Am Ende stehen zehn Songs für den Debüt-Longplayer „Everything Is Amazing And Nobody Is Happy“ fest.

Aydo Abay war die Stimme von Blackmail. Allein aus diesem Grund ist den Stücken auf „Everything Is Amazing And Nobody Is Happy“ eine gewisse Nähe zu seiner alten Band nicht abzusprechen, auch wenn Kurt Ebelhäuser als Hauptsongwriter die Fäden in der Hand hielt. Doch ABAY ist kein Abklatsch von Blackmail, was ja im Prinzip schon einer gewissen Qualitätsstufe gleichkäme. Mit ABAY legt das Kreativ-Duo Jonas Pfetzing und Aydo Abay seine Version von Songs vor, die zwischen New-Wave, Pop und Indie-Rock pendeln und dabei u.a. die 80er Jahre wiederbeleben („1997 exit a“). Dazu gesellen sich hymnisch krachende Indie-Rocker („Signs“) und opulent-ausladende Mini-Epen („The queen is dead“, „Everything’s amazing and nobody is happy“).

Mit diesen Zutaten hätte das Ganze eigentlich ganz groß werden müssen. Doch ABAY schaffen es leider nicht, den Spannungsbogen über die gesamte Spielzeit auf einem gleichbleibend hohen Level zu halten. Hier und da gönnen sich ABAY kleine Pausen, an deren Stelle der Hörer stattdessen ein großes Gewitter erwartet hätte. Damit stehen am Ende ein Tick zu viel Pop und Melancholie im Zentrum des Albums, das ein gutes, aber nicht überragendes Comeback von Aydo Abay darstellt.

Anspieltipps:

  • Signs
  • A boat
  • Easy ease
  • Different beds
  • The queen is dead
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