Kings Of Leon - When You See Yourself - Cover
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Kings Of Leon When You See Yourself


  • Label: RCA/Sony Music
  • Laufzeit: 51 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

„When You See Yourself“ ist eine Art vertonter Vorruhestand einer ehemaligen Rockband.

Wie schon mehrfach festgestellt, war es zum Karrierebeginn der Kings Of Leon definitiv nicht abzusehen, dass die Band einmal zu den erfolgreichsten Vertretern ihrer Generation zählen würden. Ihr vogelwildes Debütalbum „Youth & Young Manhood“ (09/2003) lieferte zumindest keine Ansätze dafür, dass die Followill-Bande großartige kommerzielle Absichten hegen würde. Heute, 60 Millionen verkaufte Tonträger später, sind wir eines Besseren belehrt und die Band im heiligen Rock-Olymp angekommen. Das macht die Situation allerdings nicht leichter. Denn die Kings Of Leon müssen nun Erwartungen erfüllen und abliefern, was mit den beiden letzten Longplayern „Mechanical Bull“ (09/2013) und „Walls“ (10/2016) nicht so gut wie früher gelang.

Biss und Ideenreichtum schienen den Herren ausgegangen und das Leben als Superstars und Familienmenschen all zu süß und gemütlich zu sein. Deshalb stellt sich natürlich die Frage, ob sich an dem Zustand der Band nach gut 4½ Jahren Albumpause grundlegend etwas geändert hat oder ob Caleb, Nathan, Jared und Matthew Followill auch auf ihrem achten Studioalbum „When You See Yourself“, zahm und, na ja, langweilig unterwegs sind. Zumindest ist das Quartett für die Aufnahmen nicht wieder nach Los Angeles gepilgert, sondern hat in den heimischen Blackbird Studios in Nashville gearbeitet. Dabei stand den Kings Of Leon der britische Produzent Markus Dravs (u.a. Björk, Coldplay, Arcade Fire, Brian Eno, Mumford & Sons) zur Seite, der nicht gerade für raue Rock-Produktionen bekannt ist.

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Auf ihren mittlerweile achten Longplayer sind die Kings Of Leon im wahrsten Sinne des Wortes die Ruhe selbst und versuchen deshalb gar nicht erst, knackige 3-Minuten-Rocksongs abzuliefern. Doch das sind nicht etwa Auswirkungen der Pandemie, wie man vermuten könnte (das Album war bereits vorher komplett fertig geschrieben), sondern einfach nur der Spiegel der offenbar tiefenentspannten Lebenssituation der Followills. So wird nicht jeder Hörer Lust darauf haben, an dem vertonten Vorruhestand einer ehemaligen Rockband teilzuhaben, auch wenn dieser handwerklich („Golden restless age“) und produktionstechnisch bodenständig und edel eingefangen wurde („A wave“).

Der einzige Vorteil des Albums ist, dass die Kings Of Leon im Laufe der Jahre einen Signature-Sound entwickelt haben, an dem die Band auf Anhieb wiedererkennbar ist, auch wenn hier und da Anleihen an The Killers („The bandit“) und U2 („Fairytale“) durchscheinen. Der Garagen-Rock der frühen Jahre wurde jedenfalls ganz weit hinter sich gelassen und trotzdem weiß der Hörer zu jeder Zeit, wer hier am Werk ist. Das ändert aber nicht den Umstand, dass „When You See Yourself“ im Prinzip nur den Tatbestand der Hintergrundmusik erfüllt, die mit viel zu langen Songs, in denen nicht wirklich etwas passiert, ohne zu stören vor sich hinplätschert.

Anspieltipps:

  • A wave
  • Fairytale
  • The bandit
  • Time in disguise
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