Lana Del Rey - Blue Banisters - Cover
Große Ansicht

Lana Del Rey Blue Banisters


  • Label: Interscope/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 62 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
7.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Drama-Queen der erwachsenen Popmusik legt bereits ihr zweites Album in diesem Jahr vor, ohne darauf an Qualität einzubüßen.

Eine Folge der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Lockdowns war, dass Musikerinnen und Musiker auf einmal ganz viel Zeit hatten, um neue Songs zu schreiben und aufzunehmen, weil Tourneen und Promotion-Reisen nicht möglich waren. Aus diesem Grund veröffentlichen selbst Topstars, die in der Regel locker drei, vier Jahre zwischen zwei Longplayern vergehen lassen, in ungewöhnlich kurzen Abständen neue Alben. Die Fans wird es freuen.

Auch Lana Del Rey (36) legte in den vergangenen Monaten ein hohes Tempo vor und veröffentlichte nur ein paar Wochen nach dem „Chemtrails Over The Country Club“-Album (03/2021) mit „Blue banisters“, „Texts book“ und „Wildflower wildfire“ gleich drei neue Tracks als Vorboten für einen Longplayer, der schon im Sommer auf den Markt kommen sollte. Am Ende hat es ein paar Monate länger gedauert, aber mit „Blue Banisters“ liegt nun tatsächlich bereits das achte Studioalbum der Amerikanerin vor, an dem, wie bei solch großen Produktionen üblich, mit Drew Erickson (u.a. The Killers, Father John Misty, Jonathan Wilson), Gabe Simon (u.a. Maroon 5, The Wombats, Rag´N´Bone Man), Zach Dawes (u.a. Kimbra, The Secret Sisters, Arctic Monkeys), Dean Reid (u.a. Tom Odell, Ke$ha, Dua Lipa) und Mike Dean (u.a. Kanye West, Kid Cudi, Madonna) wieder jede Menge Songschreiber und Studiofüchse beteiligt waren.

Bild

Nach zwei Alben unter der Federführung von Jack Antonoff (u.a. Lorde, Taylor Swift, St. Vincent) geht Lana Del Rey auf „Blue Banistes“ also neue Wege, bleibt dem Sound des Vorgängers „Chemtrails Over The Country Club“ aber weitgehend treu. So wird ihre markante Flüsterstimme auch auf diesem Werk in einen Kokon aus schwebenden Melodien auf der Basis von Pop, Folk und Americana sowie Texten über psychische Probleme, ehemalige Lover, Familiengeschichten und bittersüße Liebe eingehüllt. Dabei werden die Stücke werden oft von schwermütigen Pianoklängen dominiert („If you lie down with me“) und erstrahlen zumeist in extrem reduzierten Arrangements, die der Musik sehr viel Wirkungsspielraum lassen („Beautiful“).

Abgesehen von dem deplatzierten, auf Ennio Morricone zurückgehenden Zwischenspiel „The trio“ ergibt sich so ein sehr homogenes Klangbild, das nie den Anschein erweckt, dass auf diesem Longplayer Überbleibsel aus vorherigen Sessions verbraten worden sein könnten, auch wenn natürlich nicht alle Songs explizit für „Blue Banisters“ geschrieben wurden. So geistern schon länger Gerüchte über eine Zusammenarbeit mit The Last Shadow Puppets durch das Internet, die durch das hier vertretene, eindringliche Duett mit Miles Kane sicher noch einmal befeuert werden („Dealer“). Nichtsdestotrotz hätte „Blue Banisters“ gerne etwas kompakter ausfallen dürfen, da sich durchaus auch ein paar Längen eingeschlichen haben, die durch zwei, drei Stücke weniger vermeidbar gewesen wären. Das ändert trotzdem nichts daran, dass das musikalische Kunstgebilde namens Lana Del Rey auch auf Album Nummer 8 sehr gut funktioniert und sich noch lange nicht totgelaufen hat.

Anspieltipps:

  • Arcadia
  • Beautiful
  • Text book
  • Living legend
  • Blue banisters
Neue Kritiken im Genre „Pop“
8/10

Voyage
  • 2021    
Diskutiere über „Lana Del Rey“
comments powered by Disqus