Volbeat - Servant Of The Mind - Cover
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Volbeat Servant Of The Mind


  • Label: Vertigo/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 61 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
7.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Dänen wollen nach dem missglückten „Rewind, Replay, Rebound“-Album zurück in härtere musikalische Gefilde.

Im 20. Jahr ihres Bestehens, das im Übrigen nicht gefeiert wurde, legen Volbeat mit „Servant Of The Mind“ ihr mittlerweile achtes Studioalbum vor. Auf den vorherigen sieben Werken haben die Dänen um Mastermind Michael Schøn Poulsen (u.a. Gesang, Gitarre, Texte, Kompositionen) ein Klangbild kreiert, das harte Musik zurück ins Radio holte, weil sie eingängig war wie Popsongs. Allerdings wurde die Mischung aus Heavy Metal, Psychobilly und Rock’n’Roll im Laufe der Jahre softer und softer und die Melodien glitten immer öfter auf Kirmes-Niveau ab, was auf „Rewind Replay Rebound“ (08/2019) endgültig einen unrühmlichen Höhepunkt fand. Die Kritiken waren jedenfalls zwiespältig und der gute Ruf von Volbeat durchaus angegriffen.

Aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie können Volbeat auf diesen Missstand nun ungewöhnlich schnell reagieren. Denn durch die nicht vorhandenen Tour-Möglichkeiten dauerte die Produktion des neuen Albums nicht wie sonst gut 1½ Jahre, sondern gerade einmal vier Monate. Damit ist „Servant Of The Mind“ Volbeats 2020er Lockdown-Album, das nun, ein Jahr nachdem es fertiggestellt wurde, auf den Markt kommt und den Band-Sound wieder ins rechte Licht rücken soll. Dazu blieben Michael Poulsen, Rob Caggiano (Gitarre), Kasper Boye Larsen (Bass) und Jon Larsen (Drums) zwar ihrem Haus- und Hofproduzenten Jacob Hansen (u.a. Mercenary, Raunchy, Communic, Amaranthe) treu, doch aus Rock’n’Roll meets Pop sollte wieder stärker betonter Heavy Metal werden.

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Weiterhin eingängig („Wait a minute my girl“, „Heaven’s descent“), aber dabei deutlich härter unterwegs als zuletzt („Shotgun blues“), sodass ein Gitarrenriff auch noch als solches erkennbar ist („The sacred stones“) und nicht im Keyboard- und Effekt-Geschwurbel untergeht. Mit dieser Maxime gehen Volbeat anno 2021 zur Sache und kommen damit der Qualität ihrer frühen Longplayer wieder näher. Das heißt, dass auch der typische Rock’n’Roll-Sound mit Elvis-Flair weiterhin vorhanden ist („The devil rages on“), dieser aber einen satten Punch aus der Metallica-Schublade erhält („Say no more“). So wird den Dänen auch gerne die Quotenballade „Dagen før“ im Duett mit Landsfrau Stine Bramsen (Sängerin der Popband Alphabeat) verziehen.

Mit „Servant Of The Mind“ haben Volbeat ihren Sound abgespeckt und wieder etwas härter gestaltet. Das tut den Songs ausnahmslos gut, die zwar nicht mehr das einstige Sensationslevel von „The Strength The Sound The Songs“ (09/2005) erreichen, aber in die richtige Richtung zielen. Die Kunst, sowohl den Mainstream als auch die Metal-Basis zu bedienen, war schließlich noch nie leicht. Volbeat vollziehen diese Gratwanderung mit Anstand und machen damit den Totalausfall von „Rewind Replay Rebound“ wett. Wer dagegen schon immer ein Problem mit dem Sound der Dänen hatte, wird auch mit „Servant Of The Mind“ auf keinen grünen Zweig kommen.

Anspieltipps:

  • Becoming
  • Say no more
  • Shotgun blues
  • The passenger
  • Wait a minute my girl
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