Deep Purple - Turning To Crime  - Cover
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Deep Purple Turning To Crime


  • Label: earMusic/EDEL
  • Laufzeit: 50 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Das erste Studioalbum von Deep Purple, das ausschließlich aus Songs besteht, die nicht von der Band selbst geschrieben und zuvor von anderen Künstlern aufgenommen wurden.

Nachdem Deep Purple ihre gefeierte und mehr als eine Million Mal verkaufte Time-Trilogie mit den Alben „Now What?!“ (04/2013), „inFinite“ (04/2017) und „Whoosh!“ (08/2020) hinter sich gebracht haben, legen die Briten überraschend schnell ihren nächsten Longplayer vor. Klar, durch Corona und die fehlenden Auftrittsmöglichkeiten ist die Zeit für Aufnahmen fast uneingeschränkt vorhanden. Zudem fiel für „Turning To Crime“ das Songwriting weg, da Deep Purple ihren Hörern zum ersten Mal in ihrer langen Bandgeschichte ein Album servieren, das ausschließlich aus Songs besteht, die nicht von dem Quartett geschrieben wurden. Als Produzent war erneut Bob Ezrin (u.a. Pink Floyd, KISS, Peter Gabriel, Alice Cooper, Lou Reed) mit an Bord, der Deep Purples Kreativität bei den „Now What?!“-Sessions wieder zum Leben erweckt hatte.

Auch wenn Deep Purple vor Coverversionen in homöopathischer Dosierung noch nie zurückschreckten, ist das 22. Studioalbum von Ian Paice, Ian Gillan, Roger Glover, Don Airey und Steve Morse in seiner Konsequent eine Premiere. Elf Einzel-Tracks sowie ein Medley namens „Caught in the act“, alle zusammen aus der Feder von Love, Huey „Piano“ Smith, Fleetwood Mac, Mitch Ryder, Bob Dylan, Ray Charles, Quincy Jones, Little Feat, The Yardbirds, Lonnie Donegan, Johnny Horton, Bob Seger, Cream, Freddie King, Booker T. Jones, The Allman Brothers Band, Led Zeppelin und The Spencer Davis Group, hat die Band auf „Turning To Crime“ versammelt und damit den musikalischen Rahmen in eine Zeit verlegt, als Rockmusik kulturell noch ganz anders wahrgenommen wurde.

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Egal, wer wen covert, sind Alben dieser Art in aller Regel überflüssig. Sie werden gerne dazu herangenommen, um Verträge mit Plattenfirmen zu erfüllen, um wahllos ein neues Produkt auf dem Markt zu haben oder um Kreativitätsflauten zu kaschieren. All dies soll bei „Turning To Crime“ nicht der Fall sein. Deep Purple wollen einfach nur ihren Spaß an der Musik freien Lauf lassen und den Stil der 60er und 70er Jahre mit ihren persönlichen Sound-Markenzeichen kombinieren, die ihre Geburtsstunde in eben jener Epoche hatten und später den Begriff Hardrock formten. Auf diese Weise erklingen nun diverse Klassiker, aber auch weniger totgenudelte Songs im typischen Purple-Sound mit fetten Orgel- und Gitarreneinlagen („Oh well“, „Jenny take a ride!“).

„Turning To Crime“ ist ein reines Spaßalbum ohne Zwang und Druck. Das hört man den gut abgehangenen Tracks im Deep-Purple-Gewand zu jeder Sekunde an. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Original ursprünglich im Swing, Blues, Country, Boogie oder Rock’n’Roll beheimatet war. Deep Purple machen die Songs zu ihren und tun gut damit, diverse weniger bekannte Stücke in das Set einzubauen. So warten auf den Hörer nicht einfach nur ein paar altbekannte Lieder, sondern echte Überraschungen – und zwar auch für diejenigen, die mit den Originalen vertraut sind. Denn wer würde schon erwarten, Stücke wie beispielsweise „The battle of New Orleans“ im Deep-Purple-Stil zu hören? Von daher lässt sich „Turning To Crime“ ausnahmsweise mal als ein wirklich gelungenes Coveralbum bezeichnen.

Anspieltipps:

  • Oh well
  • Lucifer
  • White room
  • Jenny take a ride!
  • Caught in the act
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