Taylor Swift - Red (Taylor´s Version)  - Cover
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Taylor Swift Red (Taylor´s Version)


  • Label: Republic/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 130 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
8.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Taylor Swifts Liebeskummer-Album ist der zweite Teil ihrer Re-Release-Reihe, die vor einem halben Jahr mit „Fearless (Taylor’s Version)“ erfolgreich gestartet wurde.

Nachdem Taylor Swift (31) im April die Neuaufnahme ihres „Fearless“-Albums aus dem Jahr 2009 präsentierte, ist nun das „Red“-Album aus dem Jahr 2012 mit einer Neueinspielung an der Reihe. Auf diese Weise wird sich die Sängerin und Songschreiberin Stück für Stück ihren gesamten Backkatalog zur Brust nehmen und neu vertonen. Damit reagiert Taylor Swift darauf, dass ihr altes Plattenlabel Big Machine Records die Rechte an den Originalaufnahmen der ersten sechs Alben gewinnbringend an Dritte verhökert hat. Damit der Wiederveröffentlichungsplan aufgeht, geizt die Amerikanerin nicht mit Bonusmaterial und limitierten Versionen, um ihren Fans den Zweiterwerb ihrer Longplayer so schmackhaft wie möglich zu machen. Und siehe da: Mit „Fearless (Taylor’s Version)“ hat es geklappt!

Das zum Doppelalbum aufgeblasene Werk erreichte in allen wichtigen Charts der Welt vorderste Plätze. Keine Frage, dass dieser Clou mit „Red (Taylor’s Version)“ wiederholt werden soll. Dazu hat Taylor Swift den Release extra um eine Woche vorgezogen, um nicht gegen Adeles neues Album „30“ antreten zu müssen, das am 19. November 2021 erscheint. So kann die 31-Jährige in aller Ruhe ihre Archiv-Schatztruhe öffnen, um „Red (Taylor’s Version)“ mit insgesamt 30 Songs neu auf den Markt zu bringen. So bekommen die Fans insgesamt 14 zusätzliche Stücke geboten, von denen satte 20 Neueinspielungen sind und zehn Schätzchen aus dem Archiv darstellen.

Pünktlich zum Album-Release hat Taylor Swift ihre neuen „Red“-Songs auf YouTube bereitgestellt und allgemein zugänglich gemacht. Den Albumverkäufen wird es dennoch nicht groß schaden. Denn eine Veröffentlichung wie diese widmet sich größtenteils an die beinharten Fans, die vor Mehrfachkäufen eines Albums nicht zurückschrecken. Außerdem gibt es ja auch einiges neu zu entdecken. So waren Swifts Country-Wurzeln auf „Red“ noch deutlich hörbar, doch auf diesem Album zogen neben Christopher Rowe (Toby Keith, Faith Hill, Dixie Chicks) erstmals Co-Songwriter und Produzenten wie Butch Walker, Max Martin, Shellaback, Jeff Bhasker oder auch Blacksmith aus der internationalen Pop- und R&B-Szene ein, die das Soundbild noch breitenwirksamer zauberten. „Red (Taylor’s Version)“ rudert diesbezüglich zwar nicht zurück, doch insgesamt sind die Neueinspielungen etwas weniger glamourös und dafür wieder mehr auf die stilistisch erdigeren Country-Rock-Wurzeln bedacht.

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Das tut den Stücken hörbar gut, auch wenn Taylor Swift hier und da etwas übertreibt. Doch wer sollte kein Verständnis dafür haben, wenn Taylors Liebeskummer in der zehnminütigen Version von „All too well“ wie ein Schwall aus ihr herausbricht und der Hörer von einer wahren Textflut förmlich erschlagen wird. Nicht ohne Grund wurde zu dem Track ein 15-minütiger Kurzfilm unter der Regie von Taylor Swift veröffentlicht, der das Drama nun auch visuell vollumfänglich einfängt. Noch stärker wirkt die 2012er Charity-Single „Ronan“, auf der Taylor die tieftraurige Lebensgeschichte eines an Krebs erkrankten Jungen erzählt. Da bleibt kein Auge trocken. Hier zeigt sich die große Stärke der 31-Järigen, die im Erfinden von Geschichten, die immer auch einen großen Anteil persönlicher Erfahrungen besitzen, in der heutigen Popwelt einzigartig ist.

Mit „Red“, das inzwischen fast schon zehn Jahre auf dem Buckel hat, veröffentlichte Taylor Swift ihr letztes Album im Country-Fahrwasser. Die Pop-Einflüsse in Songs wie „22“ oder auch „I knew you were trouble“ machten unwiderruflich deutlich, wohin die Reise in Zukunft gehen würde. Doch trotz des Pop-Einschlags klingt „Red“ auch heute zu keiner Zeit gealtert, auch wenn „Taylor’s Version“ von „Red“ nun ein paar Songs auftischt, die es damals – aus guten Gründen – nicht auf das Originalalbum geschafft haben. Stellvertretend sie hier mit „Run“ ein Stück genannt, das Taylor so wie das herausragende „Everything has changed“ ebenfalls mit Ed Sheeran geschrieben hat. Doch Ausschussware stellt die zweite Disc von „Red (Taylor’s Version)“ deshalb ganz bestimmt nicht dar. Denn am Ende der „Red“-Sessions gab es einfach noch zu viele gute Songs aus Taylors Liebeskummer-Kosmos, die nun zugänglich gemacht wurden.

Nach den poppigen Werken „1989“ (10/2014), „Reputation“ (11/2017) und „Lover“ (08/2019) landete Taylor Swift im Jahr 2020 im Folk-Genre („Folklore“, „Evermore“). Wir dürfen gespannt sein, was als nächstes von ihr kommt: Die Fortsetzung ihrer „Taylor’s Version“-Reihe oder ein brandneues Studioalbum.

Anspieltipps:

  • Better man
  • Begin again
  • Treacherous
  • The last time
  • State of grace
  • The lucky one
  • The very first night
  • Come back… be here
  • All too well (10 minute version)
  • We are never ever getting back together
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