Bryan Adams - So Happy It Hurts  - Cover
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Bryan Adams So Happy It Hurts


  • Label: BMG Rights Management
  • Laufzeit: 40 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Auf „So Happy It Hurts“ besingt Bryan Adams die Rückkehr zum normalen Leben, das uns allen durch die Corona-Pandemie geraubt wurde.

Nachdem Bryan Adams (62), wie alle anderen Menschen auf diesem Planeten auch, von der Corona-Pandemie ausgebremst wurde, scheint nun so langsam wieder etwas Normalität Einzug zu halten. Tourneen werden geplant, um neue Alben zu promoten, die mitunter schon länger auf Halde liegen und endlich raus an die Luft müssen. So präsentiert Bryan Adams mit „So Happy It Hurts“ nicht nur sein 15. Studioalbum, sondern auch das erste Werk in seiner Karriere, das nicht über Universal Music erscheint. Denn wie viele seiner prominenten Kollegen, ist auch der 62-Jährige inzwischen beim Label BMG Rights Management gelandet, die so etwas wie das Auffanglager ehemaliger Major-Acts darstellt.

Hier erscheint der Nachfolger von „Shine A Light“ (03/2019), der unter Beteiligung von Bryan Adams‘ alten Weggefährten Jim Vallance (Scorpions, Aerosmith, Tina Turner, Rod Stewart, Ozzy Osbourne) und Robert „Mutt“ Lange (Def Leppard, AC/DC, Celine Dion, Foreigner, Lady Gaga) entstanden ist und schon vor der Veröffentlichung mit den Songs „So happy it hurts“ (10/2021), „On the road“ (11/2021), „Kick ass“ (12/2021) und „Never gonna rain“ (01/2022) auf vier Singleauskopplungen zurückblicken kann. Diese kündigten an, was dem neuen Album als Idee zugrunde liegt: „Die Pandemie und Erfahrung des Lockdowns haben mir wirklich gezeigt, wie einem jede Spontaneität genommen werden kann“, so Bryan Adams. „Von einem auf den anderen Tag gab es keine Touren mehr, niemand konnte einfach so ins Auto springen und losfahren. Der Titelsong handelt genau davon: Es geht um Freiheit, um Unabhängigkeit, Spontaneität und um diesen Glücksrausch, den man bekommt, wenn die offene Straße vor einem liegt. Das gleichnamige Album verhandelt eine Reihe von flüchtigen Dingen im Leben, in denen jedoch genau genommen das Rezept zum Glück schlummert – wobei menschliche Bindungen dabei die wichtigste Rolle spielen!“

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In der Tat transportiert das schmissige Titellied in 3½ Minuten jede Menge gute Laune und ein optimistisches Lebensgefühl, verpackt in einen simplen Pop/Rock-Song, der die Markenzeichen des Bryan-Adams-Sound perfekt vereint. Leider wird der mitreißende Schwung des Openers bereits durch das folgende „Never gonna rain“ böse ausgebremst. Das Geschehen dümpelt im Midtempo herum, ohne dass etwas Nennenswertes passiert. Doch als wäre dies noch nicht genug, steht an dritter Stelle mit „You lift me up“ schon die erste (Halb-)Ballade, die das Longplayer erst einmal in die Sackgasse führt. Erfrischender wäre es gewesen, das Rock’n’Roll-Stück „I’ve been looking for you“ an zweiter Stelle zu platzieren, um von Anfang mehr Power aufzubauen.

Wie wir wissen, hat sich 62-Jährige im Laufe der Jahre zu einem waschechten Balladen-Onkel entwickelt und strammen Rocksongs mehr oder weniger abgeschworen. So halten sich auch auf „So Happy It Hurts“ seichte Tracks wie die mit leichten Reggae-Anleihen ausgestatteten „Always have, always will“ und „Let’s do this“ mit dezent rockigeren Songs wie „On the road“ und „I ain’t worth shit without you“ die Wage und sorgen für das typische Bryan-Adams-Erlebnis, wie es der Hörer seit nunmehr drei Dekaden kennt. Vielleicht fühlt sich der Kanadier für ein Album im Stil der frühen 80er Jahre inzwischen einfach zu alt, obwohl er in einem Song wie „Kick ass“ beweist, dass er noch weiß wie es geht. So bleibt am Ende der etwas fade Eindruck, dass mit den thematischen Eckpfeilern „Freiheit, Unabhängigkeit, Spontaneität und Glücksrausch“ eine stärkere musikalische Aufbruchstimmung drin gewesen wäre.

Anspieltipps:

  • Kick ass
  • Just about gone
  • So happy it hurts
  • Always have, always will

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