Patricia Kelly - Unbreakable - Cover
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Patricia Kelly Unbreakable


  • Label: Electrola/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 35 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Aus dem feinsinnigen Jazz-Pop auf „Grace & Kelly“ ist international tauglicher Breitwand-Pop geworden, der in Summe zu austauschbar klingt.

Auch wenn sich die Kelly Family vor fünf Jahren in leicht abgespeckter Form wieder zusammengerauft hat und seitdem wieder fleißig Konzerte spielt und Tonträger veröffentlicht, sind die Familienmitglieder weiterhin solo aktiv und nicht minder geschäftig. Auf diese Weise bekamen die Fans in diesem Jahr mehr oder weniger neues Liedgut von Maite („Hello!“), Angelo („Coming Home For Christmas 2021“), Michael Patrick („B.O.A.T.S.“), der Familie („One More Happy Christmas“) sowie – auf den allerletzten Drücker – auch noch von Patricia („Unbreakable“) serviert. Mehr Vollbedienung geht wohl kaum!

Der VÖ-Terminus macht es möglich, dass am letzten Freitag des Jahres 2021 noch ein paar wenige Longplayer auf den Markt kommen. Dazu gehört auch ein neues Album von Patricia Kelly (52), das in den vergangenen eineinhalb Jahres entstanden ist und somit ein typisches Corona-Pandemie-Werk mit allen Vor- und Nachteilen darstellt: „Ich stehe auf der Bühne seit ich fünf Jahre alt bin und es war das erste Mal in 45 Jahren, dass ich nicht live spielen und meine Musik mit einem Publikum teilen konnte“, so Patricia Kelly. „Alles stand still: keine Tour-Termine, keine Ablenkung – ich fühlte mich eingesperrt. Aber dann habe ich festgestellt, dass es auch eine wichtige Erfahrung war. Ich habe mich mit allen Aspekten meines Lebens auseinandergesetzt und trotz aller Sorgen und trotz des Verlustes wichtiger Menschen in meinem Umfeld eine Antwort auf meine Fragen gefunden: pure Dankbarkeit“.

Bild

Waren die frühen Live- und Studioalben von Patricia Kelly noch stark von Folk und Jazz beeinflusst (Höhepunkt: „Grace & Kelly“ aus dem Jahr 2016), hat sich das Klangbild für „Unbreakable“ überraschend deutlich gewandelt. Zusammen mit internationalen Songwritern und Produzenten wie dem Schweden Jonas Myrin (Barbra Streisand, Shakira, Snow Patrol, Christina Aguilera), Sky Adams (Zak Abel, Will.I.Am, Kylie Minogue, Will Young) oder auch Amber Van Day (Teo Mandrelli, Rafael Malicki, Monika Lewczuk, Natalia Zastępa) hat Patricia Kelly diesmal einen waschechten Pop-Longplayer für den Mainstream abgeliefert, das in dieser Form auch als Werk der Kelly Family in der aktuellen Besetzung durchgehen könnte.

Doch dafür zahlt die 52-Jährige einen Preis. Denn dadurch, dass die 12 Stücke nun internationales Pop-Format besitzen und wie ne Eins ins Ohr gehen, kommt ihnen nicht nur der Reiz und der Charme des Besonderen abhanden, auch die Botschaften in den Texten gehen im sterilen Breitwand-Sound als plakative Floskeln unter („Back again“, „Fighters“). Das Los perfekt produzierter Popmusik ist eben häufig, dass sie trotz aller Qualität austauschbar klingt. So könnten Tracks wie „Doll“ und „Beautiful chaos“ durchaus auch von Dua Lipa bzw. Leona Lewis stammen und balladeske Titel wie „Hurts“, „Unbreakable“ und „Your love“ von Celine Dion gesungen werden. Fraglos große Namen, aber nicht die stilistischen Koordinaten, mit denen Patricia Kelly auf diesem Album nachhaltig punkten kann.

Anspieltipps:

  • Doll
  • Only you
  • Your love
  • Unbreakable
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