Alicia Keys - Keys - Cover
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Alicia Keys Keys


  • Label: RCA/Sony Music
  • Laufzeit: 78 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
2.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Knapp zwei Monate nach der digitalen Veröffentlichung liegt Alicia Keys' achtes Studioalbum nun auch in physischer Form vor.

Knapp zwei Monate nach der reichlich unspektakulären digitalen Album-Veröffentlichung am 10. Dezember 2021, die von zwei ebenso unscheinbaren Vorab-Single-Releases („Lala“, „Best of me“) flankiert wurde, legt Alicia Keys (41) ihr mittlerweile achtes Studiowerk namens „Keys“ nun auch in physischer Form auf zwei CDs vor. Leider verlief der digitale Release für die Verhältnisse einer Alicia Keys recht enttäuschend, denn in den Billboard Charts reichte es nur für einen schwachen 41. Rang. Damit ist „Keys“ ihr erstes Album, das in den USA die Top 5 verfehlte. Die Frage wird sein, ob die physische Veröffentlichung diesen Makel noch korrigieren kann oder ob das „Keys“-Projekt aus Chart-Sicht bereits an die Wand gefahren wurde, da auch die Besprechungen eher ernüchternd ausfielen. Und dass, wo schon der Vorgänger „Alicia“ (09/2020) bei Fans und Hörern weitgehend durchgefallen war.

Das Konzept hinter „Keys“ klingt durchaus spannend, da sich der Longplayer in zwei Sektoren aufteilt: Auf Disc eins („Originals“) befinden sich zehn typisch arrangierte Alicia-Keys-Songs, während Silberling Nummer zwei („Unlocked“) dieselben Stücke noch einmal in überarbeiteter, zum Teil stark experimenteller Form präsentiert. Dazu kommen sechs weitere Tracks, die lediglich in einfacher Ausführung vorliegen, sodass „Keys“ in Summe auf 26 Stücke und mehr als 90 Minuten Spielzeit kommt. Quantitativ eine ganz schöne Hausnummer, die für die CD-Ausgabe leider auf 22 Stücke und 78 Minuten Spielzeit eingedampft wurde. Verstehen muss man das nicht!

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„Keys“ wurde von Songwritern und Produzenten wie Raphael Saadiq, Kanye West, Sia., Lil Wayne, Khalid, Swizz Beatz, Pusha T, Natalie Hemby und Brandi Carlile mitgestaltet, wirkt aber trotz der vielen kreativen Köpfe nicht überzeichnet. Scheinbar hat Alicia Keys aus den Reaktionen auf „Alicia“ gelernt und bietet ihre Songs deshalb nun ganz konsequent in zwei Versionen an. Möge sich jeder das heraussuchen, was am besten gefällt. Doch Obacht! Freunde überproduzierter Radio-Popmusik á la „Girl on fire“ werden weder mit „Originals“ noch mit „Unlocked“ glücklich werden. Stattdessen nimmt die 41-Jährige den Hörer auf „Originals“ mit auf eine chillige Club-Tour, die weitgehend auf sanfte und reduzierte Songstrukturen beruht.

Als zentrales Mittel des Longplayers dienen Alicia Keys Stimme und ihr akzentuiertes Klavierspiel, das zwar präsent, aber nie aufdringlich in Szene gesetzt wird. Dieses verpackt sie in verträumte Songs wie „Billions“, „Old memories“ und „Best of me, die sich ihre Inspiration aus R&B („Skydive“), Folk („Daffodils“), Gospel („Plentiful“), Soul („Love when you call my name“), Swing („It is insane“) und Jazz („Nat King Cole“) holen. So weit, so gut, aber in Summe auch etwas unscheinbar und vielleicht eine Spur zu entspannt. Doch es gibt ja noch einen Nachschlag! Dazu wurde für „Unlocked“ die Songreihenfolge geändert und ein anderer Takt angeschlagen.

Was in den 80er Jahren in ausgewählten Fällen als Maxi-Single verkauft wurde, haben die Produzenten von „Keys“ einfach als zweites (Remix-)Album in Gänze angehängt. Darauf erhalten die elf Tracks eine rhythmische Frischzellenkur, indem ganz banal ein paar Beats integriert wurden, die dafür sorgen, dass die „Originals“ nun auch tanzbar sind. Eine nette, wenn auch nicht revolutionäre Idee, da sie den Songs absolut keine neue Seele gibt. Hier wurde nicht – wie vielleicht erwartet – radikal verändert, sondern nur dezent an den Bässen gedreht und – wie gesagt – ein paar Beats eingebaut. Für den betriebenen Aufwand ein ziemlich enttäuschendes Ergebnis.

Anspieltipps:

  • Skydive („Originals“)
  • Daffodils („Originals“)
  • Only you („Originals“)
  • Best of me („Unlocked“)
  • Nat King Cole („Unlocked“)

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