Helge Schneider - Live In Luxmbourg - Cover
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Helge Schneider Live In Luxmbourg


  • Label: Railroad Tracks
  • Laufzeit: 56 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Helge Schneider, Bodo Oesterling und Sandro Giampietro rocken das Großherzogtum in bester Mehrkanaltechnik!

Acht Jahre nach „Live At The Grugahalle“ (06/2014), bringt Helge Schneider (66), Deutschlands Jazz-Comedian Nummer eins, mal wieder ein Live-Album auf den Markt. Es ist der Nachfolger zu „Die Reaktion: The Last Jazz II“ (07/2021), mit dem Helge Schneider eigentlich im großen Stil die Bühne rocken wollte. Doch Corona hat dem Plan mehr oder weniger den Wind aus den Segeln genommen. Deshalb gibt es nun wenigstens in Konservenform „Helge live und in Farbe“ – aufgenommen am 15. Dezember 2021 im Konzerthaus „Den Atelier“ in Luxemburg

Frei nach dem Motto „Ein Mann, seine Gitarre und auch sein Klavier sowie dem einen oder andern Blasinstrument“ gibt Helge unserem Leben wieder einen Sinn, auch wenn das Programm „nichts für harte Nerven“ ist. Schließlich wird die eh schon progressive Herangehensweise von „Die Reaktion: The Last Jazz II“ durch die Improvisationskunst des 66-Jährigen noch weiter auf die Spitze getrieben. So wird ein Blues wie „Der Pabst“ zu einer sechsminütigen Ausgeburt des Wahnsinns, während das Westernlied „Der müde Reiter“ gewiss jeden Hörer zu Tränen rührt. Dennoch besinnt sich Schneider auf „Live in Luxmbourg“ auf mehr Eingängigkeit als auf seinem Jazz-Album und reiht den einen oder anderen Klassiker und früheres Hitparadenmaterial an die neueren Stücke.

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Unterstützt von Sandro Giampietro (Gitarre) und Bodo Oesterling (Teekoch) spielt sich Helge Schneider in Ekstase und gestaltet Songs wie „Heute hab ich gute Laune“ zu einem blutigen Drama um, lässt den guten, alten, aber leider sehr ungebildeten „Meisenmann“ um einen 600-Kilo-Adler kreisen und gerät in „Baby Baby unter der Decke“ in einen wollüstigen Liebesrausch. Dazu wird auf völlig verwirrte Art und Weise „Süßholz“ geraspelt, sich in den Sonnenuntergang geträumt („Mood Indigo“), lecker Essen gemacht („Es gib Reis“) und dazu ein amtlicher Schluck „Tequila“ genossen.

Das leicht bekifft wirkende Luxemburger Publikum geht zu den Songs auffällig und gut hörbar mit. Es bekommt deshalb zwei Zugaben geschenkt, bevor Helge Schneider das Konzert kurz vor dem Ende abrupt abbricht, um eiligst nach Hause zu fahren. Dort noch schnell die Blumen gegossen, ins Bett gelegt und den Schlaf des, der gerade von der Arbeit kommt, geschlafen. Fazit: Was bitteschön wollen wir mehr, außer vielleicht ein paar vorweihnachtliche Basteltipps von Onkel Helge?

Anspieltipps:

  • Der Pabst
  • Meisenmann
  • Der müde Reiter
  • Wurstfachverkäuferin
  • Heute hab ich gute Laune
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