Emeli Sandé - Let´s Say For Instance  - Cover
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Emeli Sandé Let´s Say For Instance


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 52 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Schottin hat sich vom Druck ihres ehemaligen Labels losgesagt, um entspannter arbeiten zu können. Das Ergebnis sind 16 elegant produzierte Soul- und R&B-Tracks.

Nach vier Album-Veröffentlichungen für den Major Virgin Records ist die schottische Soul- und R&B-Sängerin Emeli Sandé (35) bereit für einen Neuanfang, den sie über das 1983 gegründete belgische Indie-Label PIAS Recordings startet. Scheinbar waren der Druck und die stetigen Forderungen weitere Hits abzuliefern nach 19 Millionen verkauften Singles, sechs Millionen Alben und vier BRIT-Awards zu groß geworden, was zur Trennung führte. Folglich hat das neue Werk „Let´s Say For Instance“ zum Ziel, mehr Leichtigkeit und Inspiration in das Leben und die Musik der studierten Ärztin und damit auch in das ihrer Hörer zu bringen.

Wer nun geglaubt hat, dass Emeli Sandé dazu ihren angestammten Kosmos aus R&B- und Soulklängen verlässt, sieht sich getäuscht. Das von dem Briten Henri Davies (u.a. James, Sam Smith, Coldplay, Years & Years) und der Amerikanerin Ollie Green (u.a. Ella Henderson, Tiesto, Jamie Lawson, Foster The People) bei den Aufnahmen betreute „Let´s Say For Instance“ bleibt im Prinzip dem gewohnten Sound der 35-Jährigen treu und präsentiert 16 elegant produzierte Songs, die hier und da ein paar avantgardistische Töne verarbeiten („Summer“), in der Masse aber eher unauffällig bleiben, so wie es die vier Vorabsingles bereits mehr als angedeutet haben.

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Das Endergebnis ist ein routiniertes Werk, das sich dem Hörer nicht gerade aufzwingt, aber gemeinhin auch nichts falschmacht. Eingebettet in eine Mischung aus Retro und Moderne serviert es eine kleine Prise Gospel („Brighter days“), ein paar geschmackvolle Grooves („Look in your eyes“, „Superhuman“), mit einem Schuss Schmalz geschickt erzeugte Atmosphäre („September 8th“), sommerlich-leichte Rhythmen („Wait for me“, „Family“) und dramatische Balladen („Another one“, „Yes you can“) – und damit quasi alles, was ein Longplayer aus der Soul- und R&B-Sparte mitbringen sollte.

Kommerzielle Zugeständnisse, die Emeli Sandé auch ihrem neuen Label gemacht hat, lassen sich gut an den beiden Bonus-Tracks der Deluxe-Ausgabe erkennen. Dieser wurden die Tracks „Family“ und „Look what you’ve done“ zusätzlich in akustischen Ausführungen angehängt, die im Vergleich zu den regulären Versionen ganz deutlich aufzeigen, mit welchen Mitteln aus gewöhnlichen Album-Tracks potenzielle Hitsingles gezaubert werden. Dass Emeli Sandé dazu in durchgängiger Form keine Lust mehr hatte, haben wir verstanden. Das vorliegende Resultat gibt ihr – zumindest in Teilen – recht.

Anspieltipps:

  • Family
  • Brighter days
  • September 8th
  • There isn’t much
  • Look what’ve done
  • Credits Bild-Header (Startseite): Olivia Lifungula

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