Dirkschneider - My Way - Cover
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Dirkschneider My Way


  • Label: Atomic Fire Records
  • Laufzeit: 59 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
7.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein Album mit 17 Coverversionen, die Udo Dirkschneider im Laufe seines Lebens am stärksten beeinflusst haben.

Udo Dirkschneider zählt zu den Legenden des deutschen Heavy Metal. Der Sänger mit der Reibeisenstimme zählt zu den Gründungsmitgliedern der im Jahr 1971 ins Leben gerufenen Gruppe Accept, die er 1987 zugunsten einer Solokarriere verließ. „Solo“ bedeutete aber nichts anderes als die Gründung einer neuen Band namens U.D.O., mit der Dirkschneider bis heute erfolgreich unterwegs ist. Zuletzt brachten U.D.O. das Album „Game Over“ (10/2021) auf den Markt, da die deutschen Top 10 nur knapp verfehlte. 2022 steht dagegen im Zeichen eines echten Soloalbums aus dem Hause Dirkschneider, der am 6. April dieses Jahres 70 Jahr alt wurde und auf „My Way“ ein Bündel aus 17 Coverversionen vorlegt, die Udo Dirkschneider im Laufe seines Lebens am stärksten beeinflusst haben.

Mit einem prüfenden Blick auf die Tracklist von „My Way“ stellt sich heraus, dass sich die versammelten Songs die Waage zwischen vorhersehbar und überraschend halten. So ist es grundsätzlich naheliegend, dass der German Metal-Tank Stücke von Rainbow, Queen, Motörhead, AC/DC, Judas Priest, Uriah Heep, Led Zeppelin, The Rolling Stones und den Scorpions ausgesucht hat. Interessanter wird es dann, wenn Udo Dirkschneider Songs herauskramt, die der Hörer nicht unbedingt mit dem 70-Jährigen in Verbindung bringt. Solche Lieder stammen von Ike und Tina Turner, Arthur Brown, Billy Squier, Frankie Miller, Alex Harvey oder auch Wolfsheim (!). Bleibt am Ende nur noch die Frage offen, wie Dirkschneider und Co. die 17 Coverversionen interpretieren: Dicht am Original oder mit einer guten Portion Experimentierfreude im Gepäck.

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Wer den U.D.O.-Sound kennt und nun die fremden Kompositionen im Dirkschneider-Gewand hört, kann nur zu einem Schluss kommen, nämlich dass die Wuppertaler Wuchtbrumme sämtliche Songs komplett für sich und ihren teutonischen Metal-Stil vereinnahmt. Er drückt allen Titeln seinen markanten Gesangsstempel auf und lässt musikalisch mehr oder weniger dominant die Dampframme sprechen, was zwar nicht zwingend unter experimentell verbucht werden kann, aber am Ende des Tages einfach nur konsequent ist. Denn auf diese Weise verbindet „My Way“ mehrere Jahrzehnte Rockgeschichte unter einem gemeinsamen Klangsiegel, das den U.D.O.-Fans prinzipiell großen Spaß bereiten dürfte.

Besonders leicht ins Ohr gehen dabei die Songs, die wie jene von AC/DC, Led Zeppelin, Rainbow oder auch Motörhead einem härteren Lager entstammen. Ambitionierter ist dagegen der Umgang mit solchen Tracks, die eine softere Basis und mit Rock’n’Roll nichts am Hut haben. Doch auch diesem Material z.B. von Frank Sinatra, Wolfsheim und Frankie Miller entlockt Dirkschneider charmante Ansätze, mit denen auch Metal-Fans klarkommen müssten. Somit sollte „My Way“ als stimmige Spaßveranstaltung zum Zwecke der Lebensrückschau problemlos funktionieren und bei drei bis sieben Bier zum gepflegten Matteschwingen beitragen.

Anspieltipps:

  • T.N.T.
  • No class
  • Rock and roll
  • He’s a woman, she’s a man
  • Man on the silver mountain
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