Leserkritiken zu
The Corrs - In Blue

  • Pop
5/10 Unsere Wertung
5.1/10 Leser Stimme ab!

11.06.2005 - 17:00 Thomas In Blue ist das erste Corrsalbum, das komplett in Irland aufgenommen wurde." Es war sehr befreiend zu Hause zu arbeiten", sagt Caroline. "In LA Songs aufzunehmen war eine tolle Erfahrung, die wir nicht missen möchten, doch zu Hause ist es eben etwas Besonderes."
Wenn man so nah an den heimischen Wurzeln an dem Album arbeitet, färbt vieles davon auf die Musik ab - möchte man meinen. Doch auf der CD ist nur noch wenig Irisches wie noch auf Talk On Corners oder gar Forgiven not Forgotten zu finden.
Allerdings brachte das Album die wohl erfolgreichste aller Corrssingles hervor: Die Gute-Laune-Popnummer Breathless stürmte weltweit die Singlecharts.
Give Me A Reason schlägt da schon etwas melancholischere Töne an, gefällt aber mindestens genauso gut.
Und auch Somebody for Someone ist ein richtig guter Song, der zusätzlich eine nette kleine Geschichte erzählt und bei dem sich schon mal beim leisen, unbewussten Mitsummen erwischt.
So richtig poppig wird es dann wieder bei Say. Das ist nicht unbedingt schlecht, denn der Song kann sich durchaus hören lassen - aber er passt halt nicht so ganz zu dem, was die Corrs groß machte.
Ein klarer Tiefpunkt folgt dann beim 5. Song: All the Love in the World. Das Ganze klingt sogar für eine Ballade arg behäbig und will sich nicht so recht mit meinen Ohren anfreunden. Da freut man sich umso mehr auf den nächsten Song - und der macht prompt alles wieder gut: Radio, der im selbigen von allen Corrssongs sicherlich am meisten gespielt wird.
Darauf allerdings folgen Songs, auf die ich auch verzichten hätte können: Irresistible, sogar als Single veröffentlicht, One Night und All in a Day. Da fehlt einfach irgendwas besonderes, was diese Songs vom gängigen Einheitsgesang, mit dem man täglich konfrontiert wird, abhebt.
Doch die Achterbahnfahrt geht prompt weiter und zwar wieder bergauf: At Your Side ist ein richtig guter Song, bei dem sogar mal wieder Sharons Violine zu hören bekommt. Und das darauffolgende, der verstorbenen Mutter gewidmete No More Cry ist, wenn man den Zusammenhang und die Entstehung betrachtet, schlicht und einfach herzergreifend.
Der gute Eindruck verfliegt teilweise allerdings wieder bei Give it All Up, wieder ein Einheitspopmischmasch, der von jeder anderen Band hätte sein können.
Das folgende Rain weiß zumindest textlich zu überzeugen, dennoch hört man es sich kaum an. Schwer zu sagen woran das liegen mag, doch bevor man eine Lösung gefunden hat, läuft bereits der vorletzte Song Hurt Before, für mich der Beste auf dem gesamten Album. Ebenso melancholisch wie Rain, schafft er es zu begeistern und sich in den Ohren auf Dauer festzusetzen. Dass das Album so stark endet wie es beginnt, haben wir diesem Song und dem Instrumentalsong Rebel Hearts zu verdanken. In Blue ist wahrlich eine Achterbahnfahrt.

8/10