The Blackout Argument im Gespräch mit CDstarts

  • 07.02.2009
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The Blackout Argument im Gespräch mit CDstarts - News
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Die Münchner Band berichtet über ihr großartiges neues Werk „Remedies“.

Chris Zeheleitner (Gitarre) und Philip Seidl (Drums) haben The Blackout Argument 2006 gegründet und können unter anderem das beachtliche Debüt „Decisions“ sowie das neue, großartige Werk „Remedies“ vorweisen. In der Schnittmenge zwischen Hardcore, Punk und ein wenig Metal sind es die Melodien und die aggressiven Momente, die den Sound der Münchner ausmachen.

CDstarts: Chris und Philip spielten vorher schon bei Flyswatter sowie Paint The Town Red. Waren diese Bands musikalisch ähnlich angesiedelt und oder wurde The Blackout Argument (TBA) gegründet, um eben andere musikalische Wege zu gehen?

Chris: Unser Wunsch bei Gründung von TBA war, genau die Musikstile der beiden Vorgängerbands miteinander zu vereinen! Flyswatter waren sehr melodisch und eingängig, Paint The Town Red eine reine Hardcore-Band vollkommen ohne Gesang. Beide hatten aber rockige Elemente, was sozusagen der „gemeinsame Nenner“ war, auf dem letztendlich auch TBA aufgebaut haben.

CDstarts: Gab es so etwas wie einen Schlüsselmoment in der Gründungsphase von TBA?

Chris: Das ist schwierig fest zu machen da gerade am Anfang der Bandgeschichte von TBA alles sehr, sehr schnell ging. Wir hatten gerade mal vier Shows gespielt als schon unsere erste MCD (damals auf Engineer Records aus UK) erschien. Was aber sicherlich zu DEN Schlüsselereignissen in der bisherigen Bandgeschichte zählt, ist zum einen das Signing mit Lifeforce Records Ende 2006 und zum anderen die Tour mit BoySetsFire im Mai 2007. Beide Ereignisse haben die weitere Entwicklung der Band enorm beeinflusst.

CDstarts: Ihr habt BoySetsFire auf deren Abschiedstournee durch Europa als Support begleitet. Was habt ihr für Erfahrungen mitgenommen?

Chris: Hahaha, wenn man vom Teufel spricht. Mal abgesehen davon, dass wir allesamt in der Band große Fans von BSF und ihren Songs sind und es somit eine IRRE persönliche Erfahrung war, jeden Abend mit ihnen zu spielen, war es natürlich enorm bereichernd mit einer so erfahrenen Band zu touren. Jeden Tag lernt man ein bisschen was dazu, egal ob es um Sound geht, Equipment, Touralltag oder Band-Business. Für TBA war das eine enorm wichtige Zeit.

CDstarts: Wenn ich das richtig verstanden habe, wurde euer Debüt „Decisions“ noch von jemand anderen eingesungen und euer aktueller Sänger Raphael Schmid kam erst zur Online-EP „Smile Like A Wolf“ mit ins Boot. Wer ist da aus welchem Grund auf wen zugegangen?

Chris: Stimmt, „Decisions“ wurde noch von unserem alten Sänger Sinan eingesungen. Seit der „Smile Like A Wolf“-EP ist Raphael mit im Boot. Mitte 2007 hat sich Sinan entschieden bei TBA auszusteigen. Grund war hauptsächlich sein Wunsch, einige private Dinge in den Griff zu bekommen, was sich lange angehäuft hatte, da man mit einer Band doch immer beschäftigt ist. Für uns war Raphael die erste und einzige Wahl. Wir kannten seine Stimme und ihn als Mensch schon aus seiner alten Band und wussten wie gut er zu TBA passen würde. Wir haben ihn einfach gefragt, er hat sich kurz überlegt, was das genau für ihn bedeuten würde bei TBA einzusteigen und dann zugesagt. Seitdem sind wir sozusagen "unzertrennlich" in guten und in schlechten Zeiten, hehehe.

CDstarts: Auf jeden Fall muss man festhalten, dass Raphael mit einer perfekten Mischung aus cleanem Gesang und Growls die ebenso variantenreiche Musik bestens ergänzt. Woher kommen eigentlich die Haupteinflüsse von TBA?

Chris: Vielen Dank! Wir sind auch sehr glücklich mit Raphaels Fähigkeiten am Mikro. Vielen Songs auf „Remedies“ hat er erst den letzten Schliff verpasst und ihnen einen echten Charakter gegeben. Er "versteht" die Songs perfekt und kann sie durch seinen Input noch mal enorm bereichern. Deine Frage nach den Haupteinflüssen von TBA könnte man also auch mit „Raphael Schmid“ beantworten, hahaha! Aber ich nehme mal an, dass du auf Bands anspielst, die unseren Sound geprägt haben. Das kann ich leider nicht so genau eingrenzen. Der Einfluss reicht von Helmet und Muse über Converge, Evergreen Terrace, The Carrier und Strife bis hin zu Johnny Cash und Bon Jovi, um nur ein paar Bands zu nennen, die wir gut finden. Es ist bei uns auch nicht so, dass wir uns hinsetzen und sagen „So, jetzt schreiben wir einen Song der wie A Day To Remember klingt“ o.ä., wir lassen die Lieder einfach entstehen und jeder bringt seinen persönlichen Input ein. Da wir alle sehr unterschiedliche musikalische Backgrounds haben, ist das oftmals ein sehr spannender Prozess!

Raphael: Was uns alle in unseren Musikgeschmäckern verbindet, ist, dass wir Bands lieben, deren Songs unter die Haut gehen und eine Message mitbringen. Wie Chris schon sagt, reicht das von poppigem Rock bis Hardcore. Wir sind halt ne Gitarrenrockband! Haha!

CDstarts: In Deutschland ist eure Fangemeinde ja schon beachtlich gewachsen. Inwieweit werdet ihr im Ausland wahrgenommen?

Chris: Das variiert von Land zu Land. Ich denke in UK werden uns einige Kids bereits kennen da wir ja auf Engineer Records (Label aus England) unsere Debüt-MCD veröffentlicht haben. Auch in Österreich haben wir einige Kids die uns cool finden, da wir dort extrem viele Shows gespielt haben. Ansonsten ist es immer sehr spannend an Orte zu kommen an denen man vorher noch nicht war. Wenn da dann Leute in der ersten Reihe stehen und Texte mitsingen, dann ist das schon ein richtig cooles Gefühl!

Raphael: Stimmt. Das ist ein abartig krasses Gefühl, wenn Kids meine Texte mitsingen. Das flashed mich jedesmal wieder! Seit die Dates für die Europa Tour mit This Is Hell und Dead Swans auf MySpace gepostet sind, bekommen wir enorm viele Messages von Kids aus UK, Schweden, Slovakei, Slovenien, Italien, Belgien, Schweden usw. Viele freuen sich jetzt schon auf das Konzert in ihrer Stadt. Das steigert natürlich unsere Vorfreude!

CDstarts: Gitarrist Christoph führt das Label Let It Burn Records, die Künstleragentur The Let It Burn Agency und hat einen Nebenjob. Was bedeutet das für die restlichen Mitglieder von TBA und die gemeinsame Arbeit?

Chris: Dadurch, dass sich meine Tätigkeiten mit dem Label (LIB Rec haben beispielsweise die „Smile Like A Wolf“-EP veröffentlicht) und der Agentur (LIB Agency betreut offiziell auch TBA als Management) sehr gut mit TBA in Verbindung bringen lässt, entstehen da keine Konflikte, weder Interessen-technisch noch zeitlich. Insgesamt ist es so, dass JEDER bei TBA viele andere Dinge tut oder tun muss, um den Lebensunterhalt zu finanzieren. So ist das nun mal, wenn man kein Berufsmusiker ist.

CDstarts: Nach dem Release des neuen Albums „Remedies“ (Veröffentlichung: 06.02.2009) seid ihr im März mit den Amerikanern von This Is Hell auf Tour. Wird es auch Headliner-Shows im gesamten Bundesgebiet geben?

Chris: Selbstverständlich! Auch nach der Tour mit This Is Hell im März/April werden wir noch viele Single-Shows in ganz Europa spielen. Wir hoffen, dass wir auch einige Sommerfestivals mitnehmen können.

Raphael: Wir spielen immer so viel, wie wir können und es ist cool, dass es immer mehr wird!

CDstarts: Zum Abschluss bitte ich euch noch um musikalische Erwartungen an das Jahr 2009. Auf was freut ihr euch da am meisten aus der Sicht eines Hörers?

Chris: Ich freue mich riesig auf die neue Platte von Most Precious Blood. Ansonsten bin ich gespannt was uns dieses Jahr an neuen „Guerilla Aktionen“ wie letztes Jahr das Gratis Album von Fire in The Attic mit der Visions, oder das Radiohead Album als Gratis-Download, etc. bringen wird. Die Musikindustrie befindet sich immer noch im Umbruch und ich denke da wird es noch eine coole Idee seitens der Musikschaffenden geben, wie man darauf reagiert!

Raphael: Haha...ich bin immer gar nicht so auf dem Laufenden, was wann rauskommt. Ja, Most Precious Blood wird sicher ein Highlight und ich bin auch sehr gespannt auf die neue Ritual.

CDstarts: Ich danke euch herzlich für dieses Interview und wünsche das Beste für das wirklich grandiose Album „Remedies“ und die Zukunft als The Blackout Argument!

Chris: Vielen Dank, auch für deine positiven Worte über „Remedies“! Danke für das Interview.

Raphael: Vielen Dank für die Fragen und deinen Support!

Das Interview führte Daniel Leckert.

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