Elena Interviews

  • 06.06.2016
Kurzinterview mitElena
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Elena - News
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Sinnlich, feminin und ganz schön modern!

CDstarts: Welcher Film oder welches Buch hat dich im Leben am meisten inspiriert und wie lautet die Geschichte dahinter?

Elena: Mein Lieblingsfilm ist wohl „Eternal Sunshine Of The Spotless Mind“ von Michel Gondry. Ich finde es großartig, wie hier die Macht des Unterbewusstseins thematisiert wird. Joel lässt seine zum Teil sehr schmerzhaften Erinnerungen an Clementine löschen (mithilfe einer surrealen Agentur, die im Film ein solches Verfahren anbietet) - und trotzdem sucht sein Unterbewusstsein im Traum nach Verstecken für Clementine, als das Löschverfahren läuft.

CDstarts: Auf welchem Album eines anderen Künstlers hättest du gerne mitgespielt?

Elena: Auf jedem von Jamie Cullum!

CDstarts: Ist einer deiner Songs beim Publikum schon mal völlig anders angekommen, als du es erwartet hast? Welcher war es und was hat das mit dir gemacht?

Elena: Bei einem Gig in einem Berliner Jazzclub ist so einiges schief gelaufen - ich saß dabei allein am Klavier, mein Kleid öffnete sich plötzlich vorn und ich wäre fast auf dem Klavierstuhl zusammengekracht. Ich spielte nur noch mit schweißnassen Händen. Als ich dann mit „Sonntag“ loslegte, kamen plötzlich unheimlich viele Lacher aus dem Publikum bei den einzelnen Textstellen. Das hat mich irgendwie beruhigt. In dem Moment wusste ich, dass Humor vielleicht doch eine Stärke von mir ist...

CDstarts: Gab es schon mal einen Moment, in dem du die Musik am liebsten hingeworfen hättest? Wann war das und was hat dich motiviert, es doch nicht zu tun?

Elena: Ja, vor zweieinhalb, drei Jahren, als ich die ersten Ideen zum Album hatte, aber zunächst nicht kommunizieren konnte, was ich künstlerisch-stilistisch genau wollte. All das, was es an Demos damals von mir gab, war kein guter Anhaltspunkt. Es war also nicht leicht, jemanden zu finden, der verstand, was ich wollte - und ich selbst wusste das manchmal auch nicht so genau. So musste ich viel ausprobieren, Ideen verwerfen und neue kreieren. Ich war auf der Suche, mich selbst zu finden, und musste gleichzeitig lernen, zusammen zu arbeiten - also abzuwägen, wann ich für eine persönliche musikalische Idee eintreten wollte und wo es sich lohnte, die richtigen Kompromisse zu finden. Ein spannender, aber auch sehr zehrender Prozess, in dem man gerne mal alles am liebsten hingeworfen hätte. Zum Glück hat sich aber mit der Zeit ein kleiner Kreis von Leuten entwickelt, die mich verstanden und bestärkt haben. Dafür bin ich sehr dankbar!

CDstarts: Was war der übelste Job den du gemacht hast, um über die Runden zu kommen?

Elena: Ich schwanke zwischen Putzen und im Hochsommer Schnitzelteller mit Bratensoße servieren.

CDstarts: Für welchen Spleen wirfst du privat am meisten Geld aus dem Fenster?

Elena: Essen und Kaffee. Wenn ich mehr Geld hätte, wahrscheinlich auch für Platten und verrückte Reisen. Ich würde so gern mal Pinguine sehen!

CDstarts: Mit welcher bekannten Persönlichkeit würdest du gerne mal im Riesenrad stecken bleiben wollen und warum?

Elena: Hm... ich glaube, mit Barbara Schöneberger! Sie ist der Hammer in Notsituationen und würde uns da schnell raus retten. Außerdem könnte ich mir vorstellen, danach mit ihr ein Bierchen zu trinken... oder ein Sektchen. Herrlich!

CDstarts: Welche Platte würdest du unbedingt als Pflichtkauf empfehlen und was ist das Besondere an ihr?

Elena: „The English Riviera“ von Metronomy. Eine liebenswerte Mischung aus Melancholie und Leichtigkeit, irgendwie für mich die perfekte Spätsommerplatte, wenn man schon so leicht traurig wird, dass es bald vorbei ist mit heiß. Und „New Amerykah Part II“ von Erykah Badu ist auch großartig!

CDstarts: Welche Wünsche oder Ziele verbindest du mit deinem Debütalbum „Elena“?

Elena: Viel live spielen und Menschen zum Tanzen bringen.

CDstarts: Gab es bei den Aufnahmen des Albums Missgeschicke, kleine Wunder oder große Tragödien?

Elena: Na klar, aber Missgeschicke haben wir zum Teil dann einfach eingebaut. Einmal habe ich aus leichtem Frust mal so eine kleine Eisenplatte (zum Festhalten von Papier) vom Notenpult geworden - der scharfe Sound erscheint jetzt am Ende des Refrains von „Irgendwann“. Wir fanden, das klang irgendwie nice.

CDstarts: Wie lautet die Geschichte hinter dem Plattencover?

Elena: Man liebt oder man hasst das Foto. Manche meinten auch schon, es sei nicht kommerziell genug. Aber ich mag es sehr, weil es ein Schnappschuss ist, absolut nichts Gestelltes, und weil man es so oder so lesen kann: Manche sehen darin einen ganz schön traurigen Ausdruck, manche etwas verrückt Verpeiltes, manche etwas Freches... und all das steckt in der Musik drin!

CDstarts: Auf welchen Song dieses Albums bist du besonders stolz und warum?

Elena: Auf so einige, aber vermutlich am meisten auf „Leichter“. Der Song war echt eine schwere Geburt, nix mit leichter. Vor allem bin ich aber wohl insgesamt stolz auf das Album. „Elena“ ist eine sehr sinnliche, feminine Frau, die aber auch ganz schön modern, stark und selbstbewusst ist. Eine, die nicht niedlich auf einem Barhocker zu ein paar soften Klängen ins Mikrophon haucht, und darüber klagt, verlassen worden zu sein.

Bearbeitet von für CDstarts.de

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