Saint Chaos Interviews

  • 11.11.2021
Kurzinterview mitSaint Chaos
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Saint Chaos - News
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Nils Brunkhorst und Phil Sunday aka Saint Chaos im Gespräch.

CDstarts.de: Wer war in eurer Kindheit euer Vorbild/Idol und warum?

Phil: Einer der ersten, die mich zum Gitarre lernen inspiriert hat war Chuck Berry. Ich war ganz fasziniert von „Johnny B. Goode“. Später lernte ich Metallica und Nirvana lieben, da ich die Gitarrenriffs so gut fand.

Nils: Einer meiner ersten Idole war definitiv Prince, weil er mich als Performer und Sänger unglaublich fasziniert hat. Als ich dann eines Tages mit einem Prince-artigen Rüschenhemd in die Schule ging, wurde ich von allen ausgelacht. Das führte allerdings eher dazu, dass ich es noch öfter getragen habe. Später waren Eddie Vedder und Chris Cornell für meinen eigenen Gesang große Vorbilder. Ich mochte immer die Energie und rohe Ausdrucksstärke in ihren Stimmen.

CDstarts.de: Wie und wo kommen euch Ideen für neue Songs in den Sinn?

Nils: Neben der obligatorischen Sprachnotizsammlung im Handy fallen uns auch hin und wieder Ideen ein, wenn wir am wenigsten damit rechnen. Phil ist z.B. die Idee zu unserem „Parachute“-Refrain während des Duschens eingefallen.

Phil: Auf dem Weg ins Studio, zu unserem allerersten Treffen, hatte Nils auf dem Fahrrad die Idee zur Melodie von „Better Days“. Dieser Song wurde unsere erste Single und hat damit den Grundstein für Saint Chaos gelegt. Solche Zufälle und Einfälle gibt es glücklicherweise immer wieder.

CDstarts.de: Sicherlich gibt es Musiker, die euch beeinflusst haben. Wir wollen natürlich wissen wer und warum?

Nils: Pearl Jam auf jeden Fall, Rage Against The Machine, aber auch aktuelle Künstler wie Post Malone oder Royal Blood. Was alle gemeinsam haben ist die Ehrlichkeit und Energie, die ihre Musik prägt, das finde ich nach wie vor wichtig.

Phil: Anfangs waren es Bands wie Metallica und Nirvana, die mich musikalisch sehr geprägt haben, gerade weil ich gitarrentechnisch sehr viel lernen konnte. Heutzutage inspirieren mich Künstler wie Phantogram, Grandson, und auch Bands wie OneRepublic und X Ambassadors.

CDstarts.de: Ihr habt die freie Auswahl: Mit welchem Musiker oder Produzenten würdet ihr gerne ein Album aufnehmen? Begründer eure Wahl.

Nils: Aktuell sind wir sehr happy darüber, dass wir alles selber machen können, was auch ein wichtiger Teil unseres Sounds ist. Wenn allerdings eines Tages Rick Rubin anruft und eine Platte mit uns machen möchte, wären unsere Koffer wahrscheinlich sehr schnell gepackt.

CDstarts.de: CD, Vinyl, Tape oder digital – wie organisiert ihr eure (Sammel-)Leidenschaft für Musik?

Nils: Ich habe auf jeden Fall neben dem Streaming die Liebe zum warmen Vinyl-Sound wiedergefunden. Deswegen freut es mich auch riesig, dass unser Album auch auf Vinyl erscheinen wird.

Phil: Ich sehe das wie Nils. Im Alltag streame ich sehr viel Musik, aber wenn mir ein Album richtig gut gefällt, ist es für mich mittlerweile zum Ritual geworden, es mir auf Vinyl zu kaufen.

CDstarts.de: Welches („fremde“) Album aus eurer Sammlung würdet ihr unseren Lesern empfehlen und warum?

Phil: Eine meiner absoluten Lieblingsalben der letzten Zeit ist „Three“ von Phantogram. Ebenfalls ein Duo und die Songs und Sounds auf der Platte finde ich sehr kreativ und ungewöhnlich.

Nils: Es gibt immer mal wieder Platten, die ich als temporäre Lieblingsalben bezeichnen würde, aber mein absolutes all-time Lieblingsalbum und das ist „Ten“ von Pearl Jam.

CDstarts.de: Mal was ganz anderes: Beschreibt unseren Lesern, wie euer perfekter Urlaub aussieht. Habt ihr Tipps und Empfehlungen?

Nils: Wir waren während der Arbeit an unserem Album in Nord-Italien (Ligurien) und hatten eine wahnsinnig gute Zeit dort. Einen expliziten Tipp auszumachen ist schwer, da einfach alles so schön ist und man immer wieder neue Ecken entdeckt.

CDstarts.de: Welcher Song eures neuen Albums „Seeing Red“ war in der Entstehung bzw. bei den Aufnahmen der härteste Brocken und warum?

Nils: Es gab auf jeden Fall ein paar härtere Brocken, aber „The Unknown“ hat sich als besonders hart herausgestellt. Es gab bestimmt 20 verschiedene Versionen von dem Song, bis wir am Ende zum Kern zurückgekommen sind und eine Akustik-Gitarren-Version daraus gemacht haben. Manchmal braucht es ein paar Anläufe, um zu merken, was der Song eigentlich braucht. Wenn man dann an dem Punkt ist, geht’s auf einmal ganz schnell. Es hat fast sechs Monate gedauert, um ihn letztendlich an einem Tag fertig zu machen.

CDstarts.de: Mit Blick auf das „Seeing Red“-Album: Wie wichtig sind für euch im digitalen Zeitalter noch Dinge wie Cover-Artwork und Booklet-Gestaltung?

Nils: Sehr wichtig sogar. Wir haben von Anfang an bei jedem einzelnen Single-Cover Wert darauf gelegt, etwas damit auszudrücken und auf die jeweiligen Songs abzustimmen. Die visuelle Komponente spielt für uns generell eine sehr große Rolle. Es gibt zu jedem Song ein Video und auch in dem Album-Artwork steckt ganz viel Liebe zum Detail. Es gibt sogar einen Comic im Booklet „Saint Chaos vs. The Barista Of Evil“. All diese kleinen Dinge sind wichtig und machen für uns das Gesamtpaket aus.

CDstarts.de: Welche Rolle spielen für euch die Texte des „Seeing Red“-Albums? Wollt ihr echte Inhalte vermitteln oder sollen die Worte nur gut zur Musik passen?

Nils: Im Bestfall passiert beides gleichzeitig. Eine Melodie muss für uns auf jeden Fall gut klingen, der Inhalt ist aber genauso wichtig. Jeder unserer Songs hat für sich eine klare Aussage. Manchmal geht es darum zu motivieren, mutig zu sein oder loszulassen, aber genauso gehört eine gute Portion Ironie und ein Augenzwinkern dazu. Für jede Emotion gibt es einen passenden Song. Das haben wir versucht auf unserem Album genauso umzusetzen.

CDstarts.de: Wart ihr bei den Aufnahmen zu „Seeing Red“ penible Kontroll-Freaks, die solange alles wiederholen, bis es perfekt ist oder habt ihr einfach spontan den Moment einfangen wollen?

Nils: Alleine die Tatsache, dass wir ein Duo sind, sorgt dafür, dass wir beide zu 100% zufrieden sein müssen, bevor wir guten Gewissens einen Song als fertig ansehen. Wir fangen sehr oft spontane Momente ein, nehmen uns aber auch die Zeit um diese mit Liebe zum Detail weiter zu entwickeln.

CDstarts.de: Feuer frei! Was müssen unsere Leser unbedingt noch über das „Seeing Red“-Album wissen?

Nils: Wer Lust hat auf ein ungewöhnliches Rock-Album, der sollte sich „Seeing Red“ auf jeden Fall anhören.

CDstarts.de: Zum Schluss möchten wir noch wissen, was ihr als euren bisherigen Karrierehöhepunkt bezeichnen würdet und warum?

Nils: Uns sind kreative Höhepunkte etwas wichtiger, darum sehen wir das Album auf jeden Fall als einen solchen an. In einer Zeit in der Alben vielleicht nicht mehr den höchsten Stellenwert genießen, sind wir sehr stolz darauf, „Seeing Red“ gemacht zu haben.

Bearbeitet von für CDstarts.de
Photo-Credit: Angela Regenbrecht

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