Nathan Trent Interviews

  • 26.02.2022
Kurzinterview mitNathan Trent
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Nathan Trent - News
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Der österreichische ESC-Teilnehmer des Jahres 2017 im Interview.

CDstarts.de: Wer war in deiner Kindheit dein Vorbild/Idol und warum?

Nathan Trent: Als Kind war mein Vorbild Michael Jackson. Es gab damals einen Grusel/Tanz-Film von ihm, der hieß „Ghost“. Ich habe diesen Film vermutlich achtzigmal gesehen und bin davon überzeugt, dass er der einer der Hauptgründe ist, warum ich Künstler geworden bin.

CDstarts.de: Wie und wo kommen dir Ideen für neue Songs in den Sinn?

Nathan Trent: Die kommen sehr random zu den meist ungünstigsten Situationen wie im Flugzeug, während eines Gesprächs, unter der Dusche… Also eigentlich immer, wenn es gerade schwierig ist, die Idee festzuhalten. Ich schaffe es aber dann doch immer irgendwie die Idee zu notieren und mach dann am Song später weiter. Alle Leute, die mich kennen, wissen, wenn ich mich kurz ausklinke, bedeutet das, Nathan hat wieder einen Inspo-Moment.

CDstarts.de: Sicherlich gibt es Musiker, die dich beeinflusst haben. Wir wollen natürlich wissen wer und warum?

Nathan Trent: Die Liste ist wirklich unendlich. Aber ich würde sagen, dass ich bin definitiv am meisten vom US-amerikanischen Sound aus den unterschiedlichsten Jahrzehnten beeinflusst wurde. Größen wie Quincy Jones, Charlie Puth, Maroon 5, Usher, Brandy, Destiny’s Child, Billie Eilish, Ed Sheeran, Julia Michaels. Sie alle haben dieses besondere Etwas, das sich stilistisch in meiner Musik widerspiegelt und von dem ich mich inspiriert hab lassen.

CDstarts.de: Du hast die freie Auswahl: Mit welchem Musiker oder Produzenten würdest du gerne ein Album aufnehmen? Begründe deine Wahl.

Nathan Trent: Finneas, Billie Eilish’s Bruder. Ich glaube mit ihm könnte ich etwas kreieren, was noch nie da gewesen ist.

CDstarts.de: CD, Vinyl, Tape oder digital – wie organisierst du deine (Sammel)Leidenschaft für Musik?

Nathan Trent: Leider muss ich gestehen, dass ich hier mit dem digitalen Zeitalter mitgegangen bin und leider seit über 15 Jahren (glaube ich) keine CD mehr gekauft habe. Da ich auch so viel umziehe, kann ich nicht immer meine gesamte Vinyl- und CD-Sammlung mitnehmen. Am liebsten hätte ich natürliche einen eigenen Musikraum, in dem ich einen Flügel stehen habe und die Wände voll von Schallplatten sind.

CDstarts.de: Welches („fremde“) Album aus deiner Sammlung würdest du unseren Lesern empfehlen und warum?

Nathan Trent: „Slicker Than Your Average“ von Craig David. Eines meiner Lieblingsalben, die meinen musikalischen Werdegang so sehr geprägt haben. Für alle early 2000s Liebhaber, die perfekte Scheibe.

CDstarts.de: Mal was ganz anderes: Beschreibe unseren Lesern, wie dein perfekter Urlaub aussieht. Hast du Tipps und Empfehlungen?

Nathan Trent: Eigentlich ist mein perfekter Urlaub in Italien bei meiner Oma. Handy und Laptop ausgeschaltet, das beste Essen auf der Welt, Meer und das Gefühl zuhause zu sein. Sonst auch gern Malediven oder Bali. Als Tipp würde ich sagen, versucht mal alleine auf Urlaub zu fahren. Ich habe das bereits so viele Male gemacht und dabei so viele neue interessante Leute und Bräuche kennengelernt. Sehr empfehlenswert.

CDstarts.de: Welcher Song deines „The Stages Of Change“-Albums war in der Entstehung bzw. bei den Aufnahmen der härteste Brocken und warum?

Nathan Trent: Ich liebe diese Frage. Das Album sollte ursprünglich gar kein Album werden, sondern war als EP angedacht. Im Oktober 2020 schrieb ich aber den Song „Faith“, der sehr anders klang als alles, was ich bisher geschrieben hatte. Das gab mir den Anstoß für diese neue Ära, die sich dann auf natürliche Art und Weise zu einem Album entwickelt hat. Auf dem Album sind Songs drauf, die 1½ Jahre alt sind, sowie ganz frische Songs, die erst im Dezember 2021 fertiggestellt wurden. Aber der aufwendigste Song war mit Sicherheit „Growing Pains“. Wir haben jedes Instrument eingespielt und die Vocals auch mehrmals aufgenommen, um den perfekten Sound zu kreieren. Das war Detailarbeit, wie ich sie noch nie zuvor gemacht hatte. Aber ich bin unglaublich zufrieden mit dem Ergebnis, also hat sich alles definitiv gelohnt.

CDstarts.de: Mit Blick auf das „The Stages Of Change“-Album: Wie wichtig sind für dich im digitalen Zeitalter noch Dinge wie Cover-Artwork und Booklet-Gestaltung?

Nathan Trent: Ich persönlich finde das Auditive geht immer mit dem Visuellen einher und verstärkt die Message und den generellen Vibe des Werkes. Somit ist es für mich äußerst wichtig, wie dass Cover-Artwork aussieht und wie generell das Konzept eines Albums / einer EP bildlich dargestellt wird. Es repräsentiert die Ära des Künstlers und soll auch dem Zuhörer ein klares Gesamtbild schaffen, um dem Ganzen eine einzigartige Album-Experience zu geben.

CDstarts.de: Welche Rolle spielen für dich die Texte des „The Stages Of Change“-Albums? Willst du „echte“ Inhalte vermitteln oder sollen die Worte nur gut zur Musik passen?

Nathan Trent: Ich bin jemand, der sich sehr mit einem Thema auseinandersetzt. So fange ich auch meisten meine Songs an. Was möchte ich wie sagen und vor allem, was ist meine Motivation? Warum möchte ich über ein gewissen Thema einen Song schreiben/singen? Wenn ich für andere Künstler schreibe, dann passe ich mich natürlich der Situation an und konzentriere mich vollkommen auf sie. Wenn ich aber für mein Artist-Projekt schreibe, sind die Lyrics das Hauptthema, denn für mich erschließt sich die Melodie meistens automatisch aus dem Text. Aber da hat jeder Songwriter seinen eigenen Zugang.

CDstarts.de: Warst du bei den Aufnahmen zu „The Stages Of Change“ ein penibler Kontroll-Freak, der solange alles wiederholt, bis es perfekt ist oder hast du einfach spontan den Moment einfangen wollen?

Nathan Trent: Ha ha ha, auch sehr gute Frage! Ich bin, und das wird jeder, der mit mir zusammenarbeitet, bestätigen, ein unglaublich genauer und penibler Songwriter, Kontroll-Freak wäre eine Untertreibung, Aber bei mir ist’s auch so, dass ich das Ergebnis schon fertig in meinem Kopf höre, genau, so wie ich es haben möchte. Da bin ich dann perfektionistisch, aber im Endeffekt ist’s das wert, denn es klingt schlussendlich immer so, wie ich es mir vorgestellt habe.

CDstarts.de: Feuer frei! Was müssen unsere Leser unbedingt noch über dein neues Album wissen?

Nathan Trent: Das Konzept geht um die Phasen der Veränderung, wieder Name schon sagt. Jeder Song repräsentiert eine der zehn psychologischen Stufen eine Veränderung. Hierbei geht es aber nicht nur um ein Thema, das behandelt wird. Ich beleuchte jede Phase aus einem anderen Blickwinkel wie z.B. Liebe, Mental Health, Ablehnung, Freude… Ich hoffe, die Leute werden sich in dem einen oder anderen Song wiederfinden.

CDstarts.de: Zum Schluss möchten wir noch wissen, was du als deinen bisherigen Karrierehöhepunkt bezeichnen würdest und warum?

Nathan Trent: Für viele wäre vermutlich der ESC der Karrierehöhepunkt und ich möchte an dieser Stelle sagen, dass es wirklich ein unfassbares Erlebnis war, jedoch für mich lediglich den Anfang meiner Karriere darstellt. Für mich ist die Veröffentlichung meines Debut-Albums mein absoluter Karrierehöhepunkt bisher. Es ist mein Baby und bedeutet mir alles. Ich freue mich so darauf, wenn es draußen ist, und ich es in den Händen halten kann. Erst dann, glaub ich, werde ich wirklich realisieren, dass ich einen meiner größten Träume erfüllt habe.

Bearbeitet von für CDstarts.de
Photo-Credit: Fabian Holoubek

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