Aviv Geffen Live: Köln, 20.01.2009, Luxor

  • 16.02.2009
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Aviv Geffen - Live: Köln, 20.01.2009, Luxor - News
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Ein bunt gemischtes Publikum im Alter zwischen 18 und 60 Jahren empfing Aviv Geffen.

Geffen ist der Sohn des israelischen Dichters Jonatan Geffen und der Neffe des ehemaligen israelischen Generals und Ministers Moshe Dayan. Er engagiert sich für den Friedensprozess zwischen Israel und den Palästinensischen Autonomiegebieten. Geffen verweigerte den Militärdienst. („Ich entschied: wenn ich zum Militär gehe, würde ich keine anderen Dinge sehen.“). Unter den Jugendlichen in Israel ist Geffen inzwischen ein Idol, seine Songtexte richten sich gegen Gewalt, Drogen und Alkohol.

Nach einigen Soloplatten, die fast ausschließlich in Israel erfolgreich waren, ihn dort aber zum Star gemacht hatten, wagte er sich 2004 zusammen mit Steven Wilson von Porcupine Tree als Mitglied der Band Blackfield zum ersten Mal auf den internationalen Musikmarkt. Daneben arbeitet Aviv Geffen gelegentlich mit dem israelischen Bandprojekt Metropolin zusammen. Und eben dieser Geffen tritt heute im Kölner Luxor auf. Das LUXOR ist ein alter Club mitten in der Innenstadt Kölns und fasst 400 Zuschauer. Viele Künstler treten hier vor dem Durchbruch auf. Häppchenweise sickerte durch, dass Blackmail-Bandkollege Steve Wilson als Special Guest, dem Konzert beiwohnt. Doch spielt er selbst als Support und präsentiert sein neues Album „Insurgentes“ oder gehört er zur Live-Band Geffens?

Die Frage löst sich zum Teil, da zwei Mitglieder der Kölner Band Neuser (H. Neuser und P. Sutter) zu einem Akustik-Set auf die Bühne kommen. Sie spielen Deutsch-Pop, wie man ihn ehrlich gesagt nicht mehr hören kann. Die Texte äußerst einfach gehalten (Es wird Zeit, dass ich auswander, vielleicht geh’ ich nach Down Under), die Melodien „traumhaft schön“. Dafür gibt es schon Julis, Silbermonde, etc. Und selbst die zweite Garnitur mit Ruben Cossani, Virginia Jetzt!, Angelika Express, etc. steht schon in den Startlöchern. Mehr muss da eigentlich nicht sein. Und zu Aviv Geffen passt die Band gar nicht. So bleibt es bei höflichem und verhaltenem Applaus. Wie gespannt wartet ein sehr bunt gemischtes Publikum im Alter zwischen 18 und 60 Jahren auf Aviv Geffen und seine Band. Einige haben durchaus „Blackfield“- oder „Porcupine Tree“-T-Shirts angezogen.

Dann ist es endlich soweit. Aviv Geffen betritt mit Band die Bühne. Und siehe da im Gefolge hat er die komplette „Blackfield-Band“. Auch wenn es mit poppigen Melodien und Liedern von Geffen losgeht (die übrigens alle ein bisschen nach „Friday, I’m in love“ von The Cure klingen), so lassen „Blackfield-Songs“ nicht lange auf sich warten. Natürlich ist die Freude groß und die Stimmung kocht. Der Autor ist zusätzlich hoch erfreut über diesen sehr guten Sound, der im LUXOR in der Regel nicht berauschend ist. Die Band spielt sich in Bestform, das Publikum ist entzückt, Steven Wilson unterstützt Aviv Geffen, stiehlt ihm aber nicht die Show, die Setlist und der Sound sind perfekt.

Was gibt es da negativ zu kritisieren? Vielleicht, dass das Konzert nur 80 Minuten lang war. Vielleicht, dass Geffens eigene Lieder keine Rolle spielten. Aber alle anderen Aspekte, die für ein wichtiges Konzert notwendig sind, sind rundum erfüllt. Oder werden sogar übertroffen. Denn am Ausgang gibt es für einen Eintrag in die Mailing-List ein T-Shirt und eine CD umsonst. Kann man dem Fan mehr entgegen kommen?

für CDstarts.de

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