Oz Live: Köln, 26.01.2011, Underground

  • 13.02.2011
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Oz - Live: Köln, 26.01.2011, Underground - News
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Deutschlandgastspiel auf der „A Fact Of Life“-Europatour.

Nach nur zwei in Deutschland veröffentlichten Silberlingen haben sich Oz hierzulande bereits eine beachtliche Fanbase erspielt. Kaum verwunderlich, dass die japanische Band im Rahmen ihrer „A Fact Of Life“-Europatour nun nach Köln kommt und das Underground ausverkauft ist.

Als Local Support steht zunächst die deutsche J-Rock-Band Scargot auf der Bühne. Die Nordrhein-Westfalen, die sich stilecht japanische Künstlernamen gegeben haben, sind seit Ende 2009 immer auf der Suche nach Möglichkeiten, Gigs zu spielen. Obwohl das Publikum auf Oz wartet, wird das Quintett sehr positiv aufgenommen. Mit ihrem Stilmix aus J-Rock, Death- und Nu-Metal treffen sie den Nerv des größtenteils jugendlichen Publikums. Dabei fällt allerdings auf, dass vor allem Drummer Yuu gelegentlich mit dem Halten des Rhythmus Probleme hat, dies aber durch geschickte Improvisationen zu überspielen weiß. Sänger Chin hingegen beeindruckt mit technisch brillianten Screams und Growls, während die mit klarem Gesang dargebotenen Textzeilen doch den einen oder anderen Stimmwackler offenbaren. Dem Publikum scheinen diese Unzulänglichkeiten sowie die teilweise breiig klingende Aussteuerung aufzufallen und nach 30 Minuten werden die noch etwas steif wirkenden jungen Musiker lautstark verabschiedet.

Dass es jedoch noch viel lauter im Publikum werden kann, wird schon beim Intro zum Gig der J-Rocker Oz deutlich. Frenetisch wird jeder einzelne Musiker des Quintetts bejubelt. „Last Shell” vom 2009er Debüt „Versus” an den Anfang des Gigs zu stellen, erweist sich als ein sehr guter Schachzug. Sowohl die Fans der melodischeren Songs, als auch die der härteren Songs werden so ideal auf die folgenden 90 Minuten vorbereitet. Der Song besticht durch sein Wechselspiel von klaren Gesangslinien und harmonischen Melodien mit Growls und an Thrash grenzender Gitarrenarbeit.

Nachdem mit „Shangrila” ein weiterer Track der „Versus”-CD gespielt wird, eröffnet „Bitter & Sweet” den Reigen an Liedern vom aktuellen Album „Rouge”. Während bis dahin die Abmischung exzellent war, irritiert hier die deutliche Übertreibung der Lautstärke der Bassline, die gerade in den Instrumentalparts den 4½-Minüter geradezu niederwalzen.

Überspielt wird die Unzulänglichkeit des Sounds allerdings mit einer für die kleine Bühne nahezu perfekten Performance des Sängers Natsuki. Er nutzt die Begrenzung des Sicherheitsgrabens ein ums andere Mal als Trittstufe zum Publikum und hangelt häufig gefährlich nah der Bühnenbeleuchtung an der Decke der Bühne entlang. Im Folgenden wechseln sich die Songs der beiden bisherigen Veröffentlichungen der Band ab und die Stimmung der begeisterten Zuschauer bleibt auf höchstem Level. Spannung verspricht dann allerdings ein Block von fünf Songs der „Rouge”-CD. Auch wenn offensichtlich nicht jeder jedes einzelne Lied auswendig kennt, ist die Masse begeistert und geht mit als ob sie hier langjährige Klassiker zu Gehör bekommt. Für den neutralen Besucher sticht dabei die Ballade „Rain Delay” heraus, denn auch ohne Aufforderung der Band zückt ein Großteil des Publikums Feuerzeuge und macht die Ballade, neben der hochklassigen Darbietung, zu einem visuellen Höhepunkt des Auftritts.

Auch wenn im Anschluss so langsam Natsuki die Puste ausgeht und die Performance der Musiker etwas an Ausstrahlung verliert, die Fans stört es nicht und ein ums andere Mal wird der Publikumsbereich im Underground zu einem brodelnden Mosh-Pit. Leider scheint auch mit Fortdauer des Konzertes dem Personal am Mischpult die Konzentration flöten zu gehen und entsprechend schwächer wird das gesamte Klangbild.

Zu den Zugaben holt die Band noch einmal zu einem Rundumschlag aus und präsentiert neben dem abschließenden, von vielen bereits sehnsüchtig erwarteten „Detox” mit „Force” ihre brandneue Single. Diese wird, wie nicht anders erwartet, auch bejubelt. Zum Abschied kündigt die Band ihre baldige Rückkehr nach Deutschland an und etwa 500 begeisterte Fans stehen auch noch Minuten nach Konzertende verzückt am Bühnengraben und sind begeistert von einem guten, wenn auch nicht epochalen Konzert.

Setlist:

  • LAST Shell
  • Shangrila
  • Bitter&Sweet
  • BLAZE
  • ATHENA
  • PLANT
  • Pressed flower
  • flood bead
  • Rain Delay
  • Seventh Tier
  • Filmy
  • Protect:Code
  • IN RUBBISH
  • Enmity
  • LEAD
  • Force
  • Butterfly
  • DETOX

für CDstarts.de

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